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Sabine Barthauer: „Generell wird sich die Zusammenarbeit mit anderen Finanzierungsgebern meiner Meinung nach intensivieren" (Foto: Deutsche Hypo)

Finanzierung 2018-11-12T00:00:00Z „Es wird in Zukunft häufig um Refurbishments gehen“

Sabine Barthauer ist Vorstandsmitglied der Deutsche Hypo. Im Interview mit immobilienmanager wirft sie einen Blick voraus auf die kommenden Entwicklungen an den Immobilienmärkten.

Frau Barthauer, das Jahr 2018 geht auf die Zielgerade. Wie fällt Ihr vorläufiges Fazit aus?
Sabine Barthauer: 2018 wird ohne Frage ein sehr erfolgreiches Immobilienjahr. Investoren suchen und finden nach wie vor in großem Volumen Immobilieninvestments, wenngleich sie im Vorfeld die Produkte intensiver prüfen. Sicherlich ist der Wettbewerbsdruck sehr viel stärker geworden und wir hören mitunter auch von Kunden, dass sie am Ende des Bietungsprozesses noch von Equity-Bietern ausgestochen werden.

Die Deutsche Hypo finanziert auch viele Projektentwicklungen. Welche Voraussetzungen müssen Developer bei Ihnen mitbringen?
Sabine Barthauer: Es kommt natürlich immer auf das einzelne Projekt, auf seine Lage, die Baukosten und weitere Parameter an. Grundsätzlich sehen wir eine angemessene Beteiligung eines Developers bei etwa 20 Prozent Eigenkapital. Generell wird sich die Zusammenarbeit mit anderen Finanzierungsgebern meiner Meinung nach intensivieren. Das Thema Mezzanine-Kapital ist das beste Beispiel. Heute ist es in der Projektfinanzierung etabliert, vor einigen Jahren war das noch ganz anders.

Beobachten Sie Verschiebungen zwischen den Assetklassen?
Sabine Barthauer: Projektentwicklungen auf neuen Grundstücken in Städten etwa für Büro- oder Wohnimmobilien werden immer seltener, weil es nur noch wenige unbebaute Grundstücke gibt. Und große Quartiersentwicklungen können wiederum nur von wirklich großen Entwicklern gestemmt werden. Ich denke, es wird in Zukunft häufig um Refurbishments gehen, bei denen bestehende Gebäude nicht nur modernisiert, sondern auch neuen Nutzungen zugeführt werden. Darüber hinaus sehen wir aktuell viele Logistikneubauten, was schon aufgrund des Branchenwachstums logisch ist. Hinzu kommt auch, dass in der Logistik zunehmend unterschiedliche Objekte gefragt sind, vom großen Verteilzentrum bis zur kleinen urbanen Logistikimmobilie oder Gebäuden mit besonderer technischer Ausstattung.

Die Prognosen für die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland sind zuletzt nach unten korrigiert worden. Wird das Auswirkungen auf den Bürosektor haben?
Sabine Barthauer: Man muss ja sehen, wie viele Büroimmobilien zuletzt überhaupt gebaut wurden. Wir haben einen sehr geringen Leerstand in den Metropolen und immense Nachfrage nach bestehenden Flächen. Deshalb wird eine wirtschaftliche Abkühlung sich nicht sofort und massiv auf den Büromarkt auswirken. Ein grundlegender Einbruch wäre natürlich ein anderes Szenario.

Welche Entwicklung erwarten Sie im Wohnimmobilienmarkt?
Sabine Barthauer: Im mittleren Preissegment in den Metropolen und ihren Speckgürteln wird der Druck hoch bleiben, weil gar nicht so viele neue Flächen geschaffen werden können, wie Nachfrage besteht. Differenzierter zu betrachten ist sicher das Luxussegment in diesen Metropolen, das in Deutschland und in Europa nur eine sehr kleine Zielgruppe adressiert.

Zu den Märkten der Deutschen Hypo gehört auch Großbritannien. Welche Entwicklung erwarten Sie dort?
Sabine Barthauer: Natürlich muss man UK aufgrund der Brexit-Thematik besonders im Blick haben. Dabei sollte man nicht vergessen, dass Großbritannien zu den fünf größten Volkswirtschaften der Welt gehört und der Transaktionsmarkt auch in schlechten Zeiten noch größer ist als hierzulande. Ein spekulatives Büroprojekt in der Londoner City würden wir momentan sicher nicht finanzieren, aber es spricht erst einmal nichts gegen ein ordentlich vermietetes Objekt mit mehreren Nutzern in guter Lage.

Das Interview führte Markus Gerharz.

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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