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In der Luftaufnahme des Log Plaza 5 in Kerpen kommt die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach zum Vorschein. Vor zehn Jahren lag der Energieverbrauch eines Logistikgebäudes jährlich bei ca. 243 kWh/m². Heute kann ein Energieverbrauch von ca. 36 kWh/m² erzielt werden. (Bild: Alcaro)

News 2020-10-28T00:00:00Z Energiewende: Logistikimmobilien können Beitrag leisten

Deutschland hat sich verpflichtet, bis 2030 den Ausstoß von Treibhausgasen gegenüber 1990 um 55 Prozent zu senken. Logistikimmobilien-Entwickler können schon seit vielen Jahren entscheidend dazu beitragen. Ein Beitrag von Anton Mertens.

Jährlich stellen Projektentwickler allein in Deutschland Millionen von Quadratmetern an Neubauflächen fertig. In den kommenden Jahren bleibt der Bedarf an modernen, nachhaltigen Flächen aufgrund der systemrelevanten Logistikbranche, des wachsenden E-Commerce und der Industrie weiterhin sehr hoch. Wie können Verantwortliche zur Energiewende beitragen?

Stadtnahe und verkehrsgünstig gelegene Grundstücke helfen schon bei der Standortauswahl den CO2-Ausstoß einzudämmen. Bei Brownfields können zudem Baumaterialien recycelt sowie Böden entsiegelt werden, um Regenwasserversickerungen zu ermöglichen.

Um bis zu 35 Prozent lässt sich der Primärenergieverbrauch durch hochwertige Dämmung der Bodenplatten, Fassaden sowie Dächern und den Einsatz von Dunkelstrahlern senken. Allein der Einsatz von LED- Leuchten erzeugt nur noch einen Bruchteil des Energieverbrauches, die zudem noch fünf Mal länger haltbar sind.

Unternehmen und Dienstleistern aus dem mitarbeiterintensiven E-Commerce kann der Einstieg in die Elektromobilität mit einer hohen Anzahl an Ladesäulen für Elektrofahrzeuge – wie beispielsweise E-Transporter und Elektroautos – sowie Elektrofahrräder erleichtert werden.

Potenziale schlummern auf Millionen Quadratmeter Dachflächen

Großflächige Logistikgebäude eignen sich bereits seit mehr als einer Dekade, um Sonnenlicht mittels Photovoltaikanlagen in elektrische Energie umzuwandeln. Jedoch schlummert auch hier heute noch ein hohes ungenutztes Potenzial: Um eine praktikable Direktvermarktung für Photovoltaikanlagen zu ermöglichen und gleichzeitig eine attraktive Lösung für die Betreiber zu finden, müsste das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wirtschaftlich neugestaltet werden.

Ziel der Energiewende muss eine dezentrale Versorgung sein

Sinnvoll sind kleinere Anlagen in Verbrauchernähe und damit unmittelbar dort, wo die Energie gebraucht wird. Damit können neben den großen Konzernen, Netzbetreibern und Kohlekraftwerken auch die Bürger sowie Klein- und Mittelbetriebe (KMU) ihren Beitrag zum Gelingen leisten. An Technik mangelt es nicht. Und an ökonomischem Potenzial auch nicht. Aber an einer Verhinderungsgesetzgebung.

Das Zauberwort ist Teilhabe. Das Ziel von 100 Prozent erneuerbaren Energien erreichen wir nur durch die Einbindung aller Beteiligten.

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Anton Mertens (Bild: Osmab)

Autor: Anton Mertens, Vorstandsvorsitzender der OSMAB Holding AG und Geschäftsführer der Alcaro Invest GmbH

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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