Übersicht Mietanstiege. Quelle: Empirica Preisdatenbank/Value Marktdaten
Während der Mietanstieg in Schwarmstädten abnimmt, steigen die Mieten im Umland. Quelle: Empirica Preisdatenbank/Value Marktdaten

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12. October 2021 | Teilen auf:

Empirica-Preisranking: Umlandmieten steigen

Das Preisranking aus dem Hause Empirica für das dritte Quartal 2021 zeigt, dass regionale Daten immer wichtiger werden.

Die Wucht des Mietanstiegs in den Schwarmstädten nimmt ab. Im Gegenzug steigen die Mieten im Umland jetzt erheblich stärker – allerdings von weitaus geringerem Niveau. Das zeigt der Immobilienpreisindex von Empirica für das dritte Quartal 2021. Bundesweite Mietsteigerungen sind daher immer weniger aussagekräftig. Denn es vermischen sich (städtische) Regionen mit eher geringen Mietsteigerungen einerseits und (ländlichere) Regionen mit recht hohen Mietsteigerungen andererseits.

Im Durchschnitt aller Baujahre legen die Indices von Miet- und Eigentumswohnungen sowie von Ein- oder Zweifamilienhäusern weiter zu. Die Indices für Eigentumswohnungen sind gegenüber dem vergangenen Quartal um 2,5 Prozent gestiegen, Ein- und Zweifamilienhäuser legten um 4,0 Prozent zu. Auch die Mietpreise steigen etwas an, mit einem Wachstum von 0,9 Prozent gegenüber dem letzten Quartal zum wiederholten Male erheblich schwächer als Eigentumswohnungen und Ein- oder Zweifamilienhäuser.

Die Indices neugebauter Wohnungen beziehungsweise Ein- und Zweifamilienhäuser erklimmen ebenfalls neue Höchstwerte. Im dritten Quartal 2021 liegen neugebaute Eigentumswohnungen 2,7 Prozent über dem Niveau des vergangenen Quartals, auch neugebaute Ein- oder Zweifamilienhäuser liegen 3,9 Prozent darüber. Der Zuwachs bei neugebauten Mietwohnungen fällt mit 1,2 Prozent erneut am geringsten aus.

Gegenüber dem vergangenen Quartal sind die inserierten Mietpreise im Neubau in den kreisfreien Städten um 1,4 Prozent und in den Landkreisen um 1,0 Prozent gestiegen. Im Jahresvergleich beträgt der deutschlandweite Anstieg 4,5 Prozent.

In den vergangenen zehn Jahren haben die Neubaumieten deutschlandweit somit um 39 Prozent zugelegt. In den kreisfreien Städten um 38 Prozent und in den Landkreisen um 40 Prozent.

Die ersten fünf Ränge im Top-10-Mietpreis-Ranking der teuersten Städte bleiben unverändert: München, Frankfurt am Main, Stuttgart, Berlin und Freiburg. Dahinter machen Düsseldorf und Mainz Plätze gut. Hamburg und Darmstadt fallen dafür zurück. Wiesbaden finden sich auf Rang zehn.

Bundesweit sind die Preise neuer Ein- und Zweifamilienhäuser um 3,9 Prozent gegenüber dem letzten Quartal gestiegen. Dabei sind die Kaufpreise in den kreisfreien Städten um 4,0 Prozent gestiegen und in den Landkreisen um 3,9 Prozent. Im Jahresvergleich haben die Preise somit bundesweit um 14,3 Prozent zugelegt, 12,5 Prozent in den kreisfreien Städten und 15,8 Prozent in den Landkreisen.

In den vergangnen zehn Jahren sind die inserierten Kaufpreise für neue Ein- oder Zweifamilienhäuser deutschlandweit um 105 Prozent gestiegen, in den kreisfreien Städten um 112 Prozent und in Landkreisen um 101 Prozent.

Eigenheime in den teuren Städten sind rar und die wenigen Angebote sehr heterogen; Preistrends dürfen daher nicht überinterpretiert werden. Die ersten beiden Ränge im Top-10-Kaufpreis-Ranking bleiben mit München (Rang 1) und Darmstadt (2) unverändert. Dahinter rücken Rosenheim (3), Frankfurt am Main (7), Mainz (8) und Potsdam (9) vor. Stuttgart (4), Landshut (5) und Kempten (10) fallen dafür zurück.