GRAI-Union-Investment-Retail
Übersicht des neuen GRAI-Index zu den Einzelhandelsmärkten (Quelle: GRAI/Union Investment/Gfk)

News 2018-03-05T00:00:00Z Einzelhandelsmärkte: Union Investment präsentiert weltweiten Attraktivitätsindex

Neuer Index von Union Investment analysiert die Attraktivität der Top-17-Märkte für weltweite Einzelhandelsimmobilien. In Europa sind Polen und Deutschland besonders stark, während UK schwächelt.

Im Ranking der attraktivsten Einzelhandelsregionen weltweit bildet der nordamerikanische Kontinent mit den USA und Kanada derzeit die Spitze – in beiden Märkten mit einem starken Plus auch auf der Umsatzseite. Diese Ergebnisse weist der neue „Global Retail Attractiveness Index“ (GRAI) von Union Investment aus, der das Umfeld für Einzelhandelsinvestments in weltweit 17 Ländern analysiert. Der GRAI wird halbjährlich vom Marktforschungsunternehmen GfK ermittelt und setzt sich aus zwei Stimmungsindikatoren und zwei datenbasierten Indikatoren zusammen.

Für Nordamerika weist er aktuell 115 Punkte aus. Im Jahresverlauf 2017 hat der Index in Nordamerika damit um zehn Punkte zugelegt. Der über zwölf europäische Einzelhandelsmärkte gebildete EU-12-Index bleibt mit 112 Punkten und einem leichten Verlust von drei Punkten aktuell hinter dem Nordamerika-Index zurück. Ein ähnlich gutes Niveau (110 Punkte) erreicht auch der Asien-Pazifik-Index, der vor allem bedingt durch die deutlich gestiegene Verbraucher- und Händlerstimmung in Südkorea und Japan um sieben Punkte zulegte.

Licht und Schatten in Europa
Dem globalen Aufschwung entsprechend, der die Stimmung bei Konsumenten und bei Händlern in allen untersuchten Regionen beflügelt, zeigen sich damit alle drei Indizes auf einem überdurchschnittlichen Niveau. „Während sich in beiden nordamerikanischen Märkten trotz der Herausforderung einen riesigen Überangebotes an Handelsflächen ein positiver Trend ausmachen lässt, fallen die europäischen Einzelhandelsmärkte derzeit durch stark divergierende Entwicklungen auf, die viel Licht, aber auch viel Schatten bedeuten“, sagt Henrike Waldburg, Leiterin Investment Management Retail bei der Union Investment Real Estate GmbH.

Insbesondere Deutschland und Polen, die das Länderranking in Europa anführen, leisten mit jeweils 120 Punkten derzeit einen starken Beitrag zu dem überdurchschnittlichen Niveau des EU-12-Index. Dabei zeigt der polnische Einzelhandelsmarkt derzeit die dynamischste Entwicklung aller im Index abgebildeten europäischen Länder: Mit einem Plus von acht Punkten legte der polnische Subindex im Jahresverlauf besonders stark zu. Die entscheidende Rolle spielt hierbei die überdurchschnittliche Entwicklung des Einzelhandelsumsatzes. Ein gutes Niveau, gleichbedeutend mit Platz Drei, weist derzeit auch Portugal auf. Ein Hinweis darauf, dass das Land seine schwere Finanz- und Wirtschaftskrise offenbar erfolgreich hinter sich gelassen hat. „Die Portugiesen haben jedoch noch einige strukturellen Hausaufgaben zu erledigen. Früher oder später wird Portugal dann wieder auf Landkarte der Investoren auftauchen“, sagt Henrike Waldburg.

Die zweitstärkste Entwicklung im Jahresverlauf legt Irland an den Tag. Der irische Attraktivitätsindex stieg im Jahresverlauf um drei Punkte. In diesem Plus spiegelt sich – ähnlich wie in Polen und Tschechien – der positive Trend insbesondere bei den Einzelhandelsumsätzen wieder. Irland rückt mit 117 Punkten in den Kreis der europäischen Top-Five auf, zu dem darüber hinaus Deutschland (120), Polen (120), Portugal (118) und Tschechien (116) gehören.

UK schwächelt
Zu verkraften hat der EU-12-Index den massiv eingebrochenen britischen Index. „Hier ist die Verunsicherung, die im Zuge der Diskussion um die Brexit-Folgen auf den britischen Einzelhandelsmarkt geschwappt ist, mit Händen zu greifen. Von der Verunsicherung betroffen sind insbesondere die britischen Regionalmärkte. In London ist die Konsumneigung unverändert hoch“, sagt Henrike Waldburg. Der Brexit-Schock führte dazu, dass alle vier Stimmungs-und Marktindikatoren im Jahresverlauf 2017 zum Teil deutliche Verluste erlitten haben. Gegenüber dem Vorjahr gab britische Einzelhandelsindex um 21 Punkte nach. Mit nur noch 97 Punkten bildet er jetzt das Schlusslicht in Europa.

„Abgesehen von den gravierenden Herausforderungen für den britischen Retailmarkt entwickelt sich das fundamentale Umfeld für den Einzelhandel in Europa, Amerika und Asien-Pazifik nach wie vor positiv“, fasst Henrike Waldburg zusammen. „Der globale Aufschwung wird die Transformation des Einzelhandels weiter vorantreiben, neue Einzelhandelskonzepte hervorbringen und damit auch eine neue Nachfrage nach physischen Stores in Top-Lagen generieren. Für Investoren liegt in der anhaltenden Aufschwungphase die besondere Chance, ihre Einzelhandelsportfolio international zu diversifizieren und ihre Immobilienbestände gezielt auf die veränderten Shoppingbedürfnisse der kaufkräftigen Konsumenten auszurichten.“

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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