Das Cover des Magazins "immobilienmanager" mit dem Hauptthema "Mit viel Energie".
Die neue Ausgabe von immobilienmanager ist da. Diesmal mit dem Titel: „Mit viel Energie: Die Immobilienwirtschaft stellt sich neuen Aufgaben“ (Quelle: immobilienmanager)

Magazin 2025-02-17T09:14:17.397Z Die Sonne wird’s richten

Die Energiemengen, die auf die Erde einstrahlen, sind gigantisch. Ihre Nutzung, aber auch die Bezahlbarkeit der Energieversorgung insgesamt sind wichtige Zukunftsfragen. Von André Eberhard

Experten gehen davon aus, dass spätestens in etwa 1,75 Milliarden Jahren durch die zunehmende Sonneneinstrahlung ein Leben für komplexe Lebewesen auf der Erde unmöglich sein wird. Der Stern unseres Sonnensystems wird die Erde langfristig in eine öde Wüste verwandeln. Dabei schickt die Sonne schon heute 10.000-mal mehr Energie auf die Erde, als alle Menschen weltweit an einem Tag verbrauchen können. Die optimale Umwandlung, Speicherung, Nutzung, Verteilung und Gewinnung ist dabei das Problem – nicht die Menge der Energie.

Im Parteiprogramm der Grünen für die kommende Bundestagswahl kommt das Wort „bezahlbar“ 33-mal vor. Wenn man davon ausgeht, dass Politiker ein Gespür dafür haben, was die Menschen bewegt, dann wird in der nächsten Legislaturperiode offenbar alles deutlich bezahlbarer, wenn man das Kreuzchen an der richtigen Stelle macht. Was genau bezahlbar ist, für wen es gilt, wo und wie viel ich dafür verdienen muss, bleibt ein Rätsel. Aber in Parteiprogrammen machen sich positiv besetzte Worte, die leider oft inhaltslos sind, eben viel besser.

Die Bezahlbarkeit der Nebenkosten ist in den vergangenen zehn Jahren zu einem immer stärkeren Motor des gesellschaftlichen Wandels geworden. Viele müssen den Gürtel enger schnallen, nicht unbedingt, weil sie den Planeten retten wollen, sondern oft, weil der eigene Geldbeutel keine andere Wahl lässt. Allein in diesem Zeitraum ist der Strompreis um fast 30 Prozent gestiegen.

Achterbahnfahrt der Strompreise

Im Jahr 2024 begann dann die Achterbahnfahrt der Strompreise. Zahlten private Haushalte im Februar 2024 noch 42 Cent pro Kilowattstunde, lag der Preis im Januar 2025 bei 28,3 Cent pro Kilowattstunde für Neukunden und bei rund 41 Cent pro Kilowattstunde für Bestandskunden. (Zum Vergleich: In den USA liegt der Strompreis für private Haushalte zwischen 12 und 30 Cent pro KWh, in Europa bei durchschnittlich 28,9 Cent pro KWh).

Ähnlich verhält es sich mit dem deutschen Industriestrompreis, der in den letzten Monaten zum Politikum geworden ist. Lag dieser im Jahr 2021 noch bei 21 Cent pro KWh, hatte er sich im Jahr 2022 fast verdoppelt; im Jahr 2024 war er dann wieder – laut Statista – auf durchschnittlich 16,99 Cent pro KWh für kleine und mittelständische Industrieunternehmen gesunken, wobei dies je nach Region und Industrieunternehmen stark schwanken kann. Im Durchschnitt mussten deutsche Unternehmen 2024 rund 24 Cent pro KWh bezahlen, was 25 Prozent über dem EU-Durchschnitt lag.

Aber nicht nur der Strom, sondern auch die Erzeugung von Wärme erfordert den Einsatz großer Energiemengen. So entfallen rund 85 Prozent des Energieverbrauchs der privaten Haushalte auf Heizung und Warmwasserbereitung.

Gleichzeitig soll der Gebäudebestand bis 2050 klimaneutral werden, was eine Reduktion des Primärenergiebedarfs um 80 Prozent bedeutet. Energie ist also das Thema der nächsten Jahrzehnte. Dabei geht es nicht nur um die Energieerzeugung zum Beispiel durch Photovoltaikanlagen, sondern auch um dezentrale Energiesysteme, die Integration von Strom, Wärme und E-Mobilität in Gebäudesystemen, Ladeinfrastruktur, Speichersysteme und die Weiterentwicklung der Energieinfrastruktur durch Lasertechnologie.

Die möglichst kostengünstige Bereitstellung und optimale Nutzung von Energie wird für die Nutzer in Zukunft von zentraler Bedeutung sein. Sie wird auch darüber entscheiden, welche Immobilien noch gebraucht und genutzt werden können. Das veränderte Nutzerverhalten, die Regulierung und der Preis der „zweiten Miete“ werden über die Zukunft des Immobilienmarktes sowohl in der Entwicklung und Nutzung als auch auf den Investment- und Finanzierungsmärkten entscheiden.

Mehr zum Thema lesen Sie in der Ausgabe 1-2025 von immobilienmanager, die am 15. Februar erschienen ist.

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zuletzt editiert am 17. Februar 2025
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