Es ist nicht leicht, alle nötigen Informationen zusammenzutragen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen und sie umzusetzen. Unsere aktuelle Titelstrecke beleuchtet Wissenslücken, Suchstrategien und Lösungen. Von André Eberhard
Ich bin Brillenträger. Und das seit meinem zehnten Lebensjahr. Damit kam ich während meiner Jugend prima um Raufereien herum. Ich habe mal nachgerechnet: Mindestens 26.000 Mal muss ich die Brille auf- und abgesetzt haben, und das auch nur, wenn ich sie morgens auf die Nase und abends wieder auf den Nachttisch gelegt habe. Und das hat immer geklappt. Jeder, der schon mal mit Brille auf der Nase eingeschlafen ist, weiß, wovon ich rede.

Für eine gute Sicht ist aber nicht nur die richtige Dioptrienstärke wichtig, sondern auch die regelmäßige Reinigung der Sehhilfe. Das habe ich vor allem in jungen Jahren oft vernachlässigt. Prokrastination verhinderte das fleckenfreie Sehen. Lieber perfektionierte ich die Technik „an den Flecken vorbeischauen“. So kam es nicht selten vor, dass mein Umfeld mich auf die fehlende Durchsicht hinweisen musste oder gleich selbst meine Brille putzte, nicht ohne mir mit einem vorwurfsvollen Blick das Sehgerät wieder zurückzugeben.
Seit gut fünf Jahren werden auch meine Arme immer kürzer. Zur Kurzsichtigkeit ist nun auch (wahrscheinlich) ein gutes Stück Weitsichtigkeit hinzugekommen. Der Nahbereich wird heute ohne Brille deutlich leichter zu erkennen.
Durchblick wird immer wichtiger
Der klare Blick, egal ob in die Nähe oder Ferne, ist im Privatleben genauso wichtig wie im Beruf. Wer zu lange unscharf sieht, verliert den klaren Blick für das Wesentliche. Gerade in der immer komplexer und dynamischer werdenden Welt der Immobilienwirtschaft wird die Frage nach dem Durchblick immer wichtiger. Das fängt im Kleinen an: Wie finde ich die richtigen Tools für meinen CREM-Pfad? Und endet bei den großen Themen der Branche: Welche Risiken stecken eigentlich in meinem Portfolio und wie wird sich der Investmentmarkt in Zukunft entwickeln?
Genau damit setzen wir uns in unserem aktuellen Printmagazin auseinander. Mit welchen konkreten Fragen beschäftigen sich die Akteure der Branche aktuell? In einer neuen Serie beleuchten wir die Top-5-Probleme verschiedener Marktteilnehmer und zeigen gleichzeitig mögliche Lösungsansätze auf. Welche Ansätze haben eigentlich Verbände wie die GIF oder das ICG, um die Probleme von morgen zu lösen und den entsprechenden Weitblick zu haben? Auch dazu finden Sie in der Ausgabe quasi immobilienwirtschaftliche Sehhilfen.
Investoren, Entwickler, Bestandshalter, aber auch Städte und Kommunen stehen vor großen Herausforderungen, die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen. Neben den immobilienwirtschaftlichen Komplexitäten spielt dabei die volkswirtschaftliche Entwicklung eine immer größere Rolle. Damit meine ich weniger kalkulierbare Szenarien wie die Zinsentwicklung, sondern vielmehr einen Konjunkturzyklus, der immer stärker auch vom Arbeitsmarkt, der Bautätigkeit und der demografischen Entwicklung abhängig sein wird. Der Blick auf den Standort Deutschland erscheint verschwommen, die richtige Dioptrienstärke kann derzeit niemand so genau sagen.