Bunte Plastikstrohhalme
Das neue Bewusstsein für soziale und ökologische Verantwortung wird Generationen mit einer neuen Einstellung hervorbringen, erklärt João Pedro Santos in seinem Gastbeitrag. (Quelle: Pixabay)

Projekte 2022-03-25T07:45:10.715Z Ein Plastikstrohhalm in der Nachbarschaft

Auch kleine Dinge beeinflussen die Stadtentwicklung, betont João Pedro Santos von Reify., Sonae Sierra.

Oft sind es die kleinen Dinge, die Veränderungen in der Gesellschaft ankündigen. Ein schönes Beispiel dafür sind Strohhalme aus Plastik. Diese Wegwerf-Gegenstände, die überall auf der Welt in Gebrauch waren, wurden vor wenigen Jahren plötzlich verpönt und anschließend sogar verboten. Ob in Brasilien, Portugal oder Deutschland, der Wandel vollzog sich ohne Proteste oder Widerstände aus der Bevölkerung. Denn die Auswirkungen des menschlichen Handelns waren klar erkennbar: Wenn wir Bilder von Bergen aus Plastikmüll in den Ozeanen sehen, dann reagiert unser Gewissen. Diese Bilder wünschen wir uns nicht für unser Leben und auch nicht für kommende Generationen.

Noch ist unser tägliches Leben beherrscht von Themen wie
Unsustainability, Klimawandel, Umweltzerstörung und soziale Ungerechtigkeit. Allesamt sehr aggressiv, negativ und apokalyptisch – ohne Plan B. Unsere profitorientierte Konsumgesellschaft hat uns an diesen Punkt gebracht. Jahrelang hat unser ungezügelter Konsumhunger Berge von schnelllebigen Produkten entstehen lassen, die kaum genutzt und achtlos wieder weggeworfen werden. So wuchsen überall auf der Welt Berge von Müll. Doch müssen wir uns fragen, ob wir wirklich 20 Paar Schuhe oder mehr benötigen, wenn wir nur zwei Füße haben.

Identität stiften

João Pedro Santos
João Pedro Santos, Reify. Head of Conceptual Design & Architecture Sonae Sierra (Quelle: Reify.)

In jüngster Zeit bemerken wir zunehmend, dass ein Wandel beginnt und ein neues Bewusstsein wächst. Überall auf der Welt leben Menschen mit dem Wunsch, eine bessere Welt zu schaffen. Mit mehr Sinn für soziale und ökologische Verantwortung und Partizipation – so wie es bereits unsere Vorfahren gelebt haben. Sicher wird dieses neue Bewusstsein Generationen mit einer neuen Einstellung hervorbringen. Wir sind auf dem richtigen Weg. Nun gilt es, eine zukunftsfähige Gesellschaft für unser Leben zu schaffen. Eine Gesellschaft, die sich in einem ständigen Wandel stets neu erfindet und sich dynamisch an neue (Öko-) Systeme anpasst.

Mit diesen Erkenntnissen und dem vielfältigen Wissen können Immobilienexperten und Stadtplaner gemeinsam dazu beitragen, neue nachhaltige Lebensräume für die Menschen zu entwickeln. Etwa ein Stadtmodell mit Nachbarschaften, die Orte für Gemeinschaft – beruflich und privat – und die Nähe zur Natur vereinen, die vielfältig und flexibel sind, Identität stiften und Tag und Nacht belebt sind. Die Bewohner dieser Nachbarschaften werden integrativer und positiver sein als bisher.

Das Stadtmodell der Zukunft

Parks und zentrale Einrichtungen sind nach unserer derzeitigen Kenntnis wichtige Anker der neuen Stadtviertel. Mit ihrer Anziehungskraft schaffen sie Zentralität und bieten Raum für sozialen Zusammenhalt und immer wieder neue Erlebnisse und Erfahrungen.

Das Stadtmodell der Zukunft ist eher experimentell und orientiert sich an einer neuen Generation, die weniger materiellen Besitz anstrebt und nachhaltiges Verhalten sowie kollektives Wissen schätzt. In diesem Kontext werden sich zukünftig auch die Immobilien immer wieder neu erfinden.

Die Menschen dieser neuen Generation werden uns zeigen, dass das Leben ohne Plastikstrohhalme schöner ist.

zuletzt editiert am 25. März 2022
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