Der Stadtrat von Landsberg am Lech hat den Bebauungsplan für Hotel, Kultur- und Wohnnutzungen im Quartier am Papierbach beschlossen.
Für das von Ehret+Klein (E+K) entwickelte Quartier am Papierbach in Landsberg am Lech ist ein weiterer Meilenstein erreicht. Der Stadtrat hat den Vorhaben- und Erschließungsplan sowie den Bebauungsplan für die Baufelder B1 und D beschlossen. Damit kann die Planung für weitere Teile des 5,7 Hektar großen Stadtquartiers auf dem Gelände einer ehemaligen Pflugfabrik fortgesetzt werden.

Nach Abschluss der nun anstehenden Planungs- und Vorbereitungsphase soll Mitte 2027 mit dem Bau begonnen werden. Das Quartier umfasst künftig Wohnungen, Büros, Einzelhandel, Gastronomie sowie soziale und kulturelle Einrichtungen. Für das Projekt „Urbanes Leben am Papierbach“ wurde Ehret + Klein Anfang des Jahres mit dem imAward 2026 in der Kategorie Stadtentwicklung & Infrastruktur ausgezeichnet.
Kern der überarbeiteten Planung ist ein neuer, vergrößerter Europaplatz. Die Freifläche soll künftig als zentrale Verbindung zwischen dem Lady-Herkomer-Steg und dem westlichen Stadtgebiet dienen und zugleich als Aufenthalts- und Begegnungsort fungieren.
Vorgesehen ist ein „grünes Entrée“ mit klimaresilienten Bäumen und Maßnahmen zur Regenwasserbewirtschaftung. Das Freiraumkonzept stammt von Grabner Huber Lipp Landschaftsarchitekten und Stadtplanern und ging aus einem umfassenden Beteiligungsprozess hervor.
Doris Grabner, Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin, sagt: „Mit unserer Konzeption für den Europaplatz haben wir angemessene Antworten auf die drängenden Fragen der Klimaanpassung gegeben, sowohl, was die Grünausstattung betrifft, als auch die Regenwasserbewirtschaftung.“
Hotel, Kultur und Wohnen am Europaplatz
Das Baufeld B1 wird künftig von einem L-förmigen Gebäude mit Hotel-, Kultur- und Wohnnutzungen geprägt. Geplant sind ein Hotel, Eigentumswohnungen sowie Serviced Apartments. Im Erdgeschoss entsteht ein Kulturpavillon mit rund 360 Quadratmetern Fläche und Platz für bis zu 200 Besucher. Die Stadt Landsberg am Lech soll das Kulturangebot nach Fertigstellung kuratieren.
Im Zuge der Überarbeitung wurden Gebäudehöhe und Kubatur angepasst. Zudem erhält das Gebäude eine begrünte Dachfläche. Die Änderungen sollen sowohl die Einbindung in das Quartier verbessern als auch mehr Raum für den Europaplatz schaffen.
„Mit dem Stadtratsbeschluss haben wir die rechtliche Grundlage geschaffen, um vor allem das dringend benötigte Hotel am Papierbach auf den Weg zu bringen. Denn die Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten in Landsberg ist unverändert hoch“, sagt Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl.
Mit dem Baufeld D entsteht zugleich der südliche Abschluss des Quartiers. Direkt am Papierbach und an einem Feuchtbiotop ist ein Wohngebäude mit 56 Wohnungen geplant. Die Entwürfe stammen von Hierl Architekten. Im Rahmen der Plananpassung wurde die Dachgestaltung überarbeitet. Statt eines Flachdachs sieht die aktuelle Planung ein gewölbtes Mansarddach vor.
„Wir freuen uns sehr, den rund zweijährigen intensiven Prozess zu einem erfolgreichen Abschluss geführt zu haben“, kommentiert Samira Pichler, Chief Development Officer bei E+K. „Das neue grüne Entrée bildet eine maßgebliche Aufwertung für das Quartier. Das Hotel kann nun alleinstehend realisiert werden und die Kultur funktioniert als autarke Einheit, die von der Stadt betrieben wird. (...) Wichtig waren die Öffentlichkeitsbeteiligung, die enge Zusammenarbeit mit Planern, Gutachtern und der Stadtverwaltung sowie den zuständigen Fachanwälten.“