Experten sehen klares Signal für einen Abschwung.
Den Marktanalysten der HSH Nordbank zufolge ist eine milde Rezession in den USA ab 2020 wahrscheinlich. Dies entnehmen die Experten der Entwicklung der Zinsstrukturkurve, die die Renditen von kurz- und langfristigen Staatsanleihen ins Verhältnis setzt. In einer „normalen“ Zinsstrukturkurve liegen die langfristigen Zinsen beziehungsweise Renditen wegen der in der Zeit kumulierten Risiken höher als die der kurzfristigen.
Aktuell beträgt der Vorsprung zehnjähriger US-Staatsanleihen auf zweijährige US-Staatsanleihen aber nur noch 0,2 Prozent. Die HSH-Experten prognostizieren eine inverse, also negative Strukturkurve für das kommende Jahr. Den letzten Rezessionen in den USA ging jeweils eine solche Inversion voraus, mit Vorläufen zwischen neun und 23 Monaten.
Ursächlich für den erwarteten Abschwung ist laut HSH die Entwicklung der US-Konjunktur, nicht die der US-Leitzinsen. Demnach befindet sich die amerikanische Wirtschaft in der Spätphase eines mit 9,5 Jahren ungewöhnlich lang andauernden Aufschwungs. Gestützt wird dieser Aufschwung derzeit noch von den von US-Präsident Donald Trump durchgesetzten Maßnahmen, die jedoch 2020 auslaufen – also im Jahr der nächsten Präsidentenwahl.
Für die Eurozone erwartet HSH-Analystin Sintje Boie vorerst keine Auswirkungen. Die europäische Wirtschaft sei im Zyklus weniger fortgeschritten als die der USA, ein Wendepunkt deshalb noch nicht in Sicht. Die Europäische Zentralbank werde deshalb voraussichtlich an ihrem sehr vorsichtigen Rückbau der expansiven Geldpolitik festhalten.
Auf den europäischen Immobilienmärkten sollte es daher nur zu geringen Auswirkungen kommen. Ein im Gefolge der Rezession vermutlich leicht fallender Dollar würde Euro-Investitionen in den USA begünstigen und umgekehrt Dollar-Investitionen im Euroraum verteuern.