
2026-10-26T07:10:00Z Die Stunde des aktiven Asset Managements
Sebastian Schöberl über operative Wertsteigerung, relevante Kennzahlen und die ersten 100 Tage bei der Übernahme eines Immobilienportfolios.
Über viele Jahre profitierten Immobilieninvestoren von sinkenden Zinsen, steigenden Bewertungen und einer kontinuierlichen Yield Compression. Diesen Rückenwind gibt es nicht mehr. Höhere Finanzierungskosten belasten die Cashflows, gestiegene Renditeanforderungen drücken auf die Bewertungen und die geringe Zahl an Transaktionen erschwert die Preisfindung. Gleichzeitig bleiben die Baukosten hoch, während die Leerstände in einigen Marktsegmenten zunehmen. Wert entsteht also nicht mehr automatisch durch die Marktentwicklung. Er muss im Bestand erarbeitet werden. Damit verändert sich auch der Anspruch an das Asset Management grundlegend.
Viele kleine Maßnahmen entscheiden über die Performance
Wenn Immobilien nicht mehr „automatisch“ an Wert gewinnen, rückt die operative Arbeit am Portfolio in den Mittelpunkt. Die relevanten Hebel sind bekannt: Leerstände abbauen, bestehende Mietverhältnisse sichern, Marktmieten realisieren, nicht umlagefähige Betriebskosten reduzieren, Finanzierungen optimieren und die Dauer von Leerständen bei Mieterwechseln verkürzen. Hinzu kommen technische Maßnahmen, mit denen sich die Wettbewerbsfähigkeit eines Objekts sichern oder verbessern lässt.
Entscheidend ist aber nicht nur der aktuelle Wert einer Kennzahl, sondern ihre Entwicklung gegenüber Businessplan und Vorperiode. Liegt die Vermietungsquote beispielsweise...
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