Drei Männer an einem Tisch
Der Vorstand der Deutschen Konsum-REIT AG (v.l.): Alexander Kroth (CIO), Rolf Elgeti (CEO) und Christian Hellmuth (CFO) (Quelle: Deutsche Konsum-REIT AG)

Unternehmen & Köpfe 2023-11-24T15:57:29.810Z Deutsche Konsum-REIT mit negativem Jahresergebnis

Der Nahversorgungs-Investor DKR muss sein Portfolio abwerten, Wertberichtigungen vornehmen und Steuerrückstellungen bilden.

Die Deutsche Konsum REIT-AG (DKR) muss ihren Immobilienbestand um rund neun Prozent gegenüber dem Vorjahr abwerten. Das Portfolio wird zum Stichtag 30. September 2023 mit 997 Millionen Euro bewertet (30. September 2022: 1.051 Millionen Euro). Wesentlicher Einflussfaktor für die Abwertung ist das während des Geschäftsjahres deutlich gestiegene Zinsniveau.

Auch die Darlehensforderungen gegenüber der Obotritia Capital KGaA schlagen ins Kontor. Der DKR-Vorstand hat sich entschlossen, die Forderungen von derzeit 65,7 Millionen Euro aus Vorsichtsgründen um rund 55 Prozent zu wertberichtigen. Demnach wird die Ausleihung zum 30. September 2023 mit rund 30 Millionen Euro bilanziert (unter dem Vorbehalt der Prüfung durch den Wirtschaftsprüfer). Unabhängig von der Bilanzierung geht die DKR jedoch weiterhin von der vollständigen Rückzahlung der Darlehensforderung aus.

Durch die Abwertung der Immobilien sowie der Wertberichtigung der Ausleihungen ergibt sich ein Anstieg des LTV auf rund 60 Prozent (30. September 2022: 49,7 Prozent).

Streit über REIT-Status

Auch ein Rechtsstreit über den REIT-Status belastet das Unternehmen. Es ist unklar, wann und wie der Streit mit der Finanzverwaltung ausgehen wird im Hinblick auf den Erhalt des REIT-Status. Daher werden aus Vorsichtsgründen alle möglichen steuerlichen Risiken bilanziert. Demnach werden die bisher gebildeten Steuerforderungen ausgebucht und gleichzeitig nach IFRS erstmals Latente Steuern bilanziert, was insgesamt zu Steueraufwendungen von etwa 72,5 Millionen Euro führt.

Durch die oben genannten Bilanzierungsmaßnahmen entsteht für das abgelaufene Geschäftsjahr 2022/2023 trotz der positiven operativen Performance ein negatives Periodenergebnis von circa minus 202,6 Millionen (Vorjahr: 60,4 Millionen), was auch nach den handelsrechtlichen Bilanzierungsvorschriften zu einem Jahresfehlbetrag von voraussichtlich circa minus 63,7 Millionen Euro führt. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2022/2023 kann daher kein Dividendenvorschlag unterbreitet werden.

Die Mieterlöse der Gesellschaft haben sich im Geschäftsjahr 2022/2023 um 6,5 Prozent von 74,4 Millionen Euro auf 79,2 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr erhöht. Dies resultiert im Wesentlichen aus dem Ausbau des Immobilienportfolios sowie aus indexbasierten Mieterhöhungen.

zuletzt editiert am 25. November 2023
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