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Sabine Barthauer (Foto: Deutsche Hypo)

Standorte & Märkte 2018-04-27T00:00:00Z Deutsche Hypo stellt Europa-Index REECOX vor

Heute stellt die Deutsche Hypo den REECOX vor - ihren neuen Immobilienindex für Europa. Im Vorfeld sprach immobilienmanager mit der Vorstandsmitglied Sabine Barthauer. Zum Interview und dem Download des REECOX.

Frau Barthauer, Sie rechnen im laufenden Jahr für Ihre Bank mit einem Neugeschäftsvolumen bei gewerblichen Immobilienfinanzierungen von rund drei Milliarden Euro. Warum gehen Sie von einem Rückgang gegenüber 2017 aus? 
Sabine Barthauer: Wir sehen auf dem Markt eine geringere Dynamik als im Vorjahr. Zum einen wird das Angebot an Core-Produkten kleiner. Zum anderen prüfen Investoren heute noch intensiver, ob die verfügbaren Immobilien in puncto Qualität und Preis angemessen sind. Insofern rechnen wir insgesamt mit einem geringeren Transaktionsvolumen, insbesondere in Deutschland. 

Rechnen Sie in absehbarer Zeit damit, dass sich das Marktumfeld für Immobilienbanken wieder vergünstigt und Sie die Vergabepolitik etwas lockern können? 
Sabine Barthauer: Solange sich Zinslandschaft und Konjunkturdaten stabil zeigen, bleiben Immobilien für Investoren und Finanzierer attraktiv. Der hohe Wettbewerbsdruck wird demnach anhalten. Dennoch werden wir an unserem Qualitätsfokus festhalten. Ich bin zuversichtlich, dass wir uns in allen unseren Kernmärkten weiterhin gut behaupten können. Unsere Kunden schätzen uns als verlässlichen und kompetenten Partner. Wir freuen uns darauf, sie wieder bei zahlreichen Transaktionen begleiten zu dürfen.  

Sie haben eine neue Dependance in Spanien eröffnet. Planen Sie den weiteren Ausbau Ihres europäischen Netzwerkes und welche Kriterien müssen Länder erfüllen, damit die Deutsche Hypo eine Niederlassung vor Ort eröffnet? 
Sabine Barthauer: Unsere Kernmärkte bieten allesamt einen hohen Immobilienbestand und positives langfristiges Entwicklungspotenzial. Spanien ist ein aufstrebender Markt mit steigenden Transaktionsvolumina, der für unsere Kunden immer interessanter wird. Mit unserer Geschäftsstelle in Madrid bieten wir ihnen lokales Know-how und können sie bei ihren Transaktionen vor Ort kompetent begleiten. Neben Madrid haben wir im vergangenen Jahr auch in Berlin ein Büro eröffnet. Weitere neue Standorte haben wir derzeit nicht im Auge.

I st die Auflage des neuen europäischen Immobilienkonjunktur-Indexes REECOX (943,61 KB - PDF) auch ein Zeichen dafür, dass die Deutsche Hypo in Zukunft mehr Geschäft außerhalb von Deutschland machen möchte?
Sabine Barthauer: Als deutsche Immobilienbank mit europäischer Ausrichtung agieren wir schon seit Jahrzehnten sehr international. Rund ein Drittel unseres Geschäfts machen wir außerhalb Deutschlands. Dennoch ist unser Bekanntheitsgrad noch nicht in allen Auslandsmärkten so hoch wie in Deutschland. Der REECOX wirkt da sicherlich unterstützend.

Welche Ergebnisse hat der REECOX bei seiner Premiere hervorgebracht?
Sabine Barthauer: Der erste REECOX-Bericht zeigt zu Beginn dieses Jahres leicht abnehmende Immobilienkonjunktur-Werte in allen betrachteten Ländern. In Großbritannien fällt der Rückgang mit 4,2 Prozent am stärksten aus. Auch wenn wir uns weiterhin auf einem sehr hohen Konjunkturniveau befinden, könnte die Abwärtsbewegung im ersten Quartal 2018 ein Indiz dafür sein, dass der Boom nicht ewig anhalten wird. Der REECOX gilt nicht ohne Grund als Vorlauf- beziehungsweise Frühindikator.

In dices gibt es einige. Warum benötigt die Immobilienwirtschaft jetzt noch den REECOX?
Sabine Barthauer: Der Deutsche Hypo-Index hat bislang die Immobilienkonjunktur nur für Deutschland erhoben. Für viele Marktteilnehmer ist es aber auch wichtig zu erfahren, wie die jeweilige Lage in Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, Spanien und Polen ist. Pan-europäische Portfoliostrategien benötigen schließlich auch pan-europäische Benchmark-Tools. Der REECOX stößt in diese Lücke und schafft die so wichtige Transparenz. Das Interessante dabei ist: Der REECOX ermöglicht kontinuierlich einen Vergleich der einzelnen Immobilienkonjunkturen.

Welche Entwicklung wird der Index in den nächsten Quartalen abbilden?
Sabine Barthauer: In einer Zeit, die von starken Volatilitäten – insbesondere an den Aktienmärkten – geprägt ist, fällt mir eine Prognose nicht leicht. Ich gehe aber davon aus, dass der Deutsche Hypo Euro-Score in den nächsten Quartalen weiterhin auf hohem Niveau bleiben wird. Weiteres Aufwärtspotenzial sehe ich derzeit aber nicht.

Löst der REECOX den Deutsche Hypo-Index ab?
Sabine Barthauer: Nein. Der Deutsche Hypo-Index, der dieses Jahr sein zehntes Jubiläum feiert, hat bislang ja sowohl die Immobilienkonjunktur als auch das Immobilienklima in Deutschland beinhaltet. Mit Einführung des REECOX spalten wir die Komponenten nun auf. Während der REECOX über die Immobilienkonjunkturen in den sechs wesentlichen Immobilienmärkten Europas Auskunft gibt, wird das Immobilienklima für Deutschland, das ja über eine Befragung von rund 1.200 Marktteilnehmern ermittelt wird, weiterhin monatlich veröffentlicht, zukünftig allerdings nicht mehr als Deutsche Hypo-Index, sondern unter dem Namen Deutsche Hypo Immobilienklima.

Interview: Markus Gerharz

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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