Investment 2017-05-09T00:00:00Z Das Ende sinkender Renditen steht bevor

Cushman & Wakefield prognostiziert noch für 2017 ein Ende der sinkenden Renditen in Deutschland. Derweil haben laut JLL deutsche Anleger im Ausland nur verhalten investiert.

Der bereits auf das Gesamtjahr 2016 festgestellte Führungswechsel zwischen Deutschland und Großbritannien setzt sich im ersten Quartal 2017 fort. Mit Immobilientransaktionen im Wert von 16 Milliarden Euro bleibt der deutsche Markt Spitzenreiter in Europa vor Großbritannien mit 11,3 Milliarden Euro. Diese Zahlen hat Cushman & Wakefield aktuell zusammengetragen.

Die Entwicklung habe aus deutscher Sicht auch mit dem erwarteten Wirtschaftswachstum von jährlich knapp 1,2 Prozent, einem erwarteten Beschäftigtenwachstum von jährlich knapp 0,2 Prozent und einem Anstieg der Einzelhandelsumsätze von jährlich 0,9 Prozent für die nächsten fünf Jahre (2017 – 2021) zu tun.

Büromieten als Treiber der positiven Marktentwicklung
Für die Jahre 2017 bis 2021 erwartet Cushman & Wakefield einen außerordentlich starken Büroimmobilienmarkt in Berlin, die Mieten werden in diesem Zeitraum um 3,6 Prozent jährlich ansteigen. Auf Rang zwei liegt Frankfurt mit jährlichen Steigerungsraten von 1,6 Prozent, gefolgt von München mit 1,1 Prozent. Auch im Segment der Handelsimmobilien ist Berlin stark, hier prognostiziert Cushman & Wakefield einen Anstieg der Marktmieten um jährlich 1,6 Prozent (Hamburg 0,6 Prozent, München 0,5 Prozent, Düsseldorf, Köln und Frankfurt jeweils 0,3 Prozent).

Die aggregierte Betrachtung der drei Sektoren Büro, Einzelhandel und Logistik ergibt, dass die Spitzenmieten in Deutschland in den nächsten fünf Jahren um jährlich rund 1,1 Prozent steigen werden. Damit verläuft die Entwicklung zwar leicht unter dem europäischen Durchschnitt (1,2 Prozent), aber oberhalb der Entwicklung von Großbritannien (1,0 Prozent) und gleichauf mit Frankreich.

Trendwende bei den Renditen 2020 zu erwarten
Cushman & Wakefield erwartet, dass 2017 das vorerst letzte Jahr sein wird, in dem die Spitzenrenditen auf breiter Front gegenüber dem Vorjahr sinken werden. Bei unverändert hoher Nachfrage nach Anlageprodukten dürften Investoren die für 2020 erwartete Zinswende bei der EZB bereits vorab einpreisen. Bei den Immobilienrenditen wird eine Seitwärtsbewegung einsetzen, bevor mit einem steigenden EZB-Zins dann auch die Immobilienrenditen schrittweise steigen werden.

Gemessen an der All-Property-Yield ist Deutschland nach der aktuellen Prognose von Cushman & Wakefield am Ende des Prognosezeitraums mit einer aggregierten Rendite von 4,05 Prozent hinter der Schweiz (3,70 Prozent) der zweitteuerste Standort vor Spanien (4,20 Prozent) und Frankreich (4,30 Prozent).

Laut Jones Lang LaSalle (JLL) ist die deutsche Kauflust in anderen Ländern in den ersten drei Monaten 2017 im Jahresvergleich deutlich zurückgegangen. Mit 2,8 Milliarden US-Dollar waren es 32 Prozent weniger als vor einem Jahr. Damit rutschte Deutschland bei den grenzüberschreitenden gewerblichen Immobilientransaktionen von Platz eins auf Platz fünf. „Eine Momentaufnahme freilich, deren zugrunde liegenden Daten in den nächsten Quartalen wieder ganz anders aussehen können“, so Hela Hinrichs, EMEA Research JLL. Die größte grenzüberschreitende Transaktion von deutschen Anlegern fand in der Tschechischen Republik statt. Rockspring und ECE haben das Shoppingcenter Olympia in Brno für einen mittleren dreistelligen Millionen US-Dollar Betrag an die Deutsche Euroshop verkauft.

Das meiste Kapital außerhalb ihres Landes legten britische Investoren an. Mit 4,3 MIlliarden US-Dollar waren es 52 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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