Luftbild-Visualisierung des dänischen Maribo Business Park
Der Maribo Business Park in der dänischen Gemeinde Lolland liegt knapp 20 Fahrminuten von der zukünftigen Fehmarnbelt-Querung entfernt. Hier baut ein privater Eigentümer ein bis zu 90 Hektar großes Gewerbegebiet. (Quelle: Business Lolland-Falster)

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18. August 2022 | Teilen auf:

Dänemark als Investmentmarkt

Von unserem nordischen Nachbarn kann man vieles lernen, so lassen sich etwa viele stadtplanerische Ansätze gut auf Norddeutschland übertragen. Auch weisen die kulturellen und ethischen Werte im Geschäftsleben zahlreiche Parallelen zu Norddeutschland auf.

Denn Dänemark ist nicht nur ein „Hygge“-Land, in dem die sprichwörtlich dänische Gemütlichkeit überall zu finden ist, sondern auch ein echter Vorreiter in puncto Stadtentwicklung, Architektur, Mobilität und ambitionierter Großprojekte. Speziell das lebenswerte und weltoffene Kopenhagen gilt vielen – zurecht – als Inbegriff für kosmopolitischen Lifestyle und Urban Living. Als attraktiver Wirtschaftsstandort verbinden sich hier ein flexibler Arbeitsmarkt mit hohem Freizeitwert, zahlreiche Innovationen der grünen Transformation mit besten Konditionen für Investoren. Aber auch die touristischen Destinationen an der dänischen Nord- und Ostseeküste gewinnen konsequent an Attraktivität – für Besucher und Projektentwickler gleichermaßen. Wussten Sie zum Beispiel, dass man an keinem Ort in Dänemark weiter als 52 Kilometer vom Meer entfernt ist?

Attraktive Rahmenbedingungen für Immobilieninvestitionen

Was hat das Land, das für seine bunten Klemmbausteine, sein innovatives Möbel-Design und seine dänische Gemütlichkeit bekannt ist, in puncto Immobilieninvestment zu bieten? Eine ganze Menge sogar. So wird Dänemark weiterhin stark wachsen: Die Einwohnerzahl wird von heute gut 5,8 Millionen bis 2030 um 3,5 Prozent auf über sechs Millionen steigen. Obwohl das gesamte Land zwar wie fast alle westlichen Industriestaaten durch eine alternde Bevölkerung gekennzeichnet ist, wird das Wachstum im Großraum Kopenhagen insbesondere auch durch Zuwanderung der jungen Generationen und erwerbstätigen Bevölkerungsteile getrieben. Zudem bietet Dänemark Top-Bedingungen für Unternehmen. In der „Ease of Doing Business“-Bewertung der Weltbank 2020 steht Dänemark im Vergleich mit 190 Ländern ganz weit oben.

Dafür verantwortlich sind unter anderem sehr unternehmensfreundliche Regularien hinsichtlich Unternehmensgründungen und ein vorteilhaftes Steuersystem. Ferner verfügt Dänemark über eine der effizientesten Belegschaften in Europa und bietet Zugang zu attraktiven Kredit- und Finanzierungskonditionen. Flankiert wird dies durch hervorragende infrastrukturelle Rahmenbedingungen. Darüber hinaus zeichnen sich Immobilieninvestments in Dänemark durch geringe Transaktionskosten aus, dies gilt sowohl auf Käufer- als auch auf Verkäuferseite. Gleichermaßen sind die Finanzierungsraten gering. Ferner ist das dänische System für sehr niedrige Eigenkapitalquoten bekannt. Auch sprachliche Hürden ergeben sich in Dänemark nicht, schließlich sprechen rund 90 Prozent der Dänen Englisch und rund 60 Prozent Deutsch.

Kim Lautrup, Director und Partner beim dänischen Projektentwickler NPV mit Sitz in Charlottenlund nördlich von Kopenhagen, erkärt, warum der dänische Investmentmarkt so aussichtsreich ist: „Dänemark gehört zu den transparentesten Märkten in Europa. Für ausländische Direktinvestitionen gelten sehr stabile Rechts- und regulatorische Bedingungen sowie ein einfacher und transparenter Transaktionsprozess. Der dänische Investmentmarkt bietet dadurch ein sicheres und risikominimiertes Umfeld. Gleichzeitig verzeichnen dänische Staatsanleihen aktuell sehr geringe und teilweise sogar negative Zinsen. Das Interesse am Immobilieninvestmentmarkt ist dadurch bei nationalen und internationalen Investoren stark gestiegen.“ Dies belegen auch diese beeindruckenden Zahlen: So ist der Anteil ausländischer Investoren in den vergangenen Jahren auf dem dänischen Immobilieninvestmentmarkt stark gewachsen. Allein in 2019 ergab sich ein Anteil von mehr als 50 Prozent am gesamten Transaktionsvolumen und in der Stadt Kopenhagen von knapp 65 Prozent – Tendenz steigend. Zudem wird die Komplettierung der sogenannten Vogelluftlinie aus infrastruktureller Sicht buchstäblich den Beginn einer neuen Zeitrechnung markieren und enormes Potenzial für neue Perspektiven, neue Entwicklungen und neue Märkte mit sich bringen.

Autor: Christoph-A. Böhme ist Head of Investment Nordics bei Robert C. Spies Nordics.

zuletzt editiert am 18.08.2022