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Für ihre Projektentwicklung in Köln-Raderberg hat die WvM Immobilien Geld über die Crowd eingesammelt (Foto: Exporo)

Finanzierung 2017-07-04T00:00:00Z Crowdinvesting: Ein Bauträger berichtet über seine Erfahrungen

Ganze 3,5 Stunden dauerte es, bis die WvM Immobilien über ein Crowd-Projekt die benötigte Summe beisammen hatte. Dafür musste sie allerdings „die Hosen runterlassen“, wie Geschäftsführer Martin Koll berichtet.

„Wir sind modernen Finanzierungsmodellen gegenüber aufgeschlossen“, sagt Martin Koll, Geschäftsführer von WvM Immobilien + Projektentwicklung, der bereits Erfahrung mit der Schwarmfinanzierung hat. Gerade für die Finanzierung auf Projektebene bieten sich Nachrangdarlehen per Crowdinvesting an, denn damit lassen sich Geldbedarf und Laufzeiten gut aufeinander abstimmen.

Das Modell birgt einen besonderen Charme: Im Gegensatz zu institutionellen Eigenkapitalgebern verlangen die Schwarminvestoren keine zweistelligen Zinssätze. Der Projektentwickler bezahlt sechs bis acht Prozent, der Anleger bekommt einen Zins von fünf Prozent. Auch von der Abwicklung her gestaltet sich die Kapitalbeschaffung einfacher, weil die Crowdinvestoren keine Absicherung im Grundbuch erhalten.

Sechs Wochen Bearbeitungszeit
Die Bearbeitungszeit vor dem Funding der WvM-Projekte betrug bisher gerade einmal sechs Wochen. Ein Projekt, bei dem WvM das Crowdinvesting einsetzte, ist eine Wohnentwicklung in Köln-Raderberg. 854.000 Euro kamen aus dieser Pipeline, die Laufzeit des Investments beträgt 15 Monate. Mehr als eine Million Euro pro Projekt möchte Koll auch in Zukunft nicht per Schwarm einsammeln, „damit es einfach und schnell geht“.

In Raderberg holte sich WvM auf diesem Wege etwa die Hälfte des investierten Eigenkapitals aus dem Projekt und hatte es für neue Vorhaben zur Verfügung. Die 263 Investoren waren schnell gefunden – über die Plattform Exporo: „Wir hatten die Summe innerhalb von 3,5 Stunden beisammen“, sagt Martin Koll.

Als das Geldsammeln begann, lag der Verkaufsstand bereits bei 70 Prozent, der Bau hatte begonnen. Im Durchschnitt beteiligten sich die Anleger mit gut 3.200 Euro. Das Projektvolumen lag bei 14,4 Millionen Euro für drei Gebäude mit zusammen 46 Eigentumswohnungen.

„Die Hosen runterlassen“
Andere Bauträger haben sich bei Koll mittlerweile erkundigt, wie das so funktioniert mit dem Crowdinvesting. Gerade die Transparenz der Zahlen und der Zugriff der Anleger auf die Bilanzen gefallen nicht jedem. Kolls Kommentar dazu: „Man muss schon bereit sein, die Hosen runterzulassen.“

Autorin: Roswitha Loibl

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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