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Der neue CBRE-Deutschlandchef Alexander von Erdély ist der erste Bauingenieur an der Spitze des Maklerunternehmens (Foto: CBRE)

Management 2017-02-14T00:00:00Z CBRE-Chef Erdély: "Immobilien werden technische Maschinen"

CBRE positioniert sich in Deutschland neu. Makeln bleibt wichtig, aber die technische Seite der Immobilie ist es nun auch. Lebender Beweis: der neue Deutschlandchef Alexander von Erdély ist Bauingenieur.

Erstmals ist kein Immobilienvermittler oder Investment- Experte Deutschland-Chef von CBRE, sondern ein Bauingenieur. Schaut CBRE jetzt anders auf die Märkte als zuvor?
Hochwertige Immobilienprodukte in guten Lagen sind knapp. Mit Mängeln behaftete oder nicht mehr nutzergerechte Objekte hingegen stehen zur Verfügung. Solche Gebäude zu erwerben macht allerdings nur Sinn, wenn man sie repositionieren kann. Dies erfordert nicht nur Marktkenntnis, sondern technisches Know-how.

In welchen Bereichen ist dieses Know-how gefragt?
Alexander von Erdély: Viele Bürogebäude sind nicht mehr bedarfsgerecht, weil die Unternehmen offene Grundrisse und die Kommunikation fördernde Eigenschaften fordern. Im Wohnungssegment sehen wir, dass insbesondere Bestandsgebäude aus den 1950er bis 1970er Jahren den Bedürfnissen der Nachfrager kaum noch entsprechen. Ein weiterer Wachstumsmarkt ist die Logistik.

Um diese Märkte zu erobern, hat CBRE mit Ihrer maßgeblichen Beteiligung Valteq und Preuss erworben. Wie verschieben sich die Gewichte innerhalb des Unternehmens?
Alexander von Erdély: In Deutschland haben wir rund 1.300 Mitarbeiter. Davon arbeiten 700 im Bereich Facility Management, mehr als 200 sind Architekten und Ingenieure, weitere 100 beschäftigten sich mit dem kaufmännischen Management von Immobilien, 240 sind Immobilienvermittler, nicht zu vergessen unsere große Bewertungsabteilung mit über 50 Mitarbeitern. Wir haben nachgezählt: Unsere Mitarbeiter haben über 100 verschiedene Studienabschlüsse oder Ausbildungen, CBRE hat sich in den letzten Jahren also zu einem sehr diversifizierten Unternehmen entwickelt.

Ein Kulturwandel für CBRE?
Alexander von Erdély: Wir haben uns schon immer als umfassender Immobilienberater verstanden. Immobilien werden mehr und mehr zu hoch komplexen technischen Maschinen mit einer steinernen Hülle. Sie zu modernisieren bedeutet vor allem, die Technik zu modernisieren.

Werden Sie zum Unternehmensberater?
Alexander von Erdély: Das sind wir längst, aber wir bauen dieses Geschäftsfeld aus. Neue Arbeitswelten, Change Management und die den jeweiligen Prozessen angepasste Infrastruktur sind wachsende Beratermärkte. Wir halten es auch für viel versprechend, die mit dem Betrieb eines Gebäudes anfallenden Daten besser nutzbar zu machen. Generell gilt: Wir entwickeln uns zum Wissensmanager, und mit dem daraus resultierenden Angebot gelingt es, Kunden dauerhaft zu binden. Eine Immobilienvermittlung ist in der Regel ein „on-off-Geschäft“, das nach dem erfolgreichen Abschluss beendet ist. Wir können nun wesentlich früher im Lebenszyklus der Immobilie einsteigen und bleiben – wenn der Kunde es möchte – bis in den Betrieb hinein an Bord.

Das Gespräch führte Christof Hardebusch.

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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