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27. February 2020 | Teilen auf:

Buildingminds, Microsoft und RICS stellen die "International Building Performance & Data Initiative" vor

Integrierter Standard für Gebäudeperformance und -betrieb – erste Veröffentlichung des offenen Standards ist noch 2020 geplant.

Buildingminds, Microsoft und RICS entwickeln gemeinsam einen „International Building Performance & Data Standard“, der auf dem „International Building Operations Standard“ (IBOS) und dem Common Data Model für die Immobilienwirtschaft basiert. Das Konzept des neuen Standards wird beim Digital Real Estate Summit am 3. März im schweizerischen Brugg-Windisch vorgestellt.

Internationale Standards für effizientere Gebäudebewirtschaftung
Die gesellschaftlichen und politischen Erwartungen an Immobilien steigen und ökologische wie soziale Rahmenbedingungen gewinnen an Bedeutung: So werden auch für zukunftsgerichtetes Immobilienmanagement Nutzer-Wohlbefinden, Reputation und Mitarbeitergewinnung immer mehr zu strategischen Faktoren - auch wenn der finanzielle Aspekt weiterhin im Vordergrund steht. Um Gebäude weiterhin nachhaltig verwalten und benchmarken zu können, müssen Kosten mit ökologischen und sozialen KPIs in Einklang gebracht werden. Das Standardisierungsprojekt der RICS stellt internationale Standards zur Verfügung, die auf ICMS (International Construction Measurement Standards), IPMS (International Property Measurement Standards), ILMS (International Land Measurement Standards), IVS (International Valuation Standards) und IES (International Ethics Standards) basieren. Es ermöglicht damit einen konsistenten Managementansatz für Unternehmen und Gebäude, um durch gezieltes Benchmarking die Effizienz, Produktivität, das Wohlbefinden und die Wertschöpfung ganzheitlich zu verbessern.

Entwicklung eines branchenspezifischen Common Data Models
Das Common Data Model dient als universelle Datensprache für alle immobilienbezogenen Geschäftsprozesse und bildet die Grundlage für die von Buildingminds entwickelte digitale Plattform zur Immobilienverwaltung. Indem die Plattform alle Daten zusammenführt, eröffnet sie Investoren, Eigentümern und allen Stakeholdern jederzeit die benötigten Informationen: Ob aus holistischer Portfolioperspektive oder granular auf Einzelobjektebene werden Dekarbonisierungsstrategien, Nutzerzufriedenheits- und Profitabilitätsziele kombiniert. Das Common Data Model vereint dabei sowohl nationale als auch internationale Standards. Das Konzept des Common Data Models ist von Microsofts Open Data Initiative abgeleitet und in anderen Branchen bereits etabliert. „Die Immobilienwirtschaft muss neue Ansätze finden, wie sich Effizienz und Innovationen erzielen lassen. Der Datenaustausch auch über Unternehmen oder sogar Branchen hinweg ist dafür absolut erfolgskritisch. Common Data Models werden bereits erfolgreich in anderen Branchen genutzt – etwa dem Gesundheitssektor oder der Automobilindustrie. Die entstehenden Open Data Pools ermöglichen nicht nur eine höhere Gebäudeeffizienz, sondern auch neue Geschäftsmodelle mit innovativen, kundenfokussierten Produkten und Dienstleistungen“, sagt Chris Tschumper, SME Lead bei Microsoft Schweiz. Die erste Version des Common Data Models für die Immobilienwirtschaft soll noch in diesem Jahr veröffentlicht werden.

Zum ersten Mal ermöglicht es die vollumfängliche Anwendung von Technologien wie Machine Learning und Artificial Intelligence in der Immobilienwirtschaft.

„Die fehlende Standardisierung von Daten und Informationsströmen führt zu zahlreichen Datensilos in den Unternehmen der Immobilienwirtschaft. So sind schnittstellenfreie Prozesse, informationsgetriebene Entscheidungen und Smart-Data-Anwendungen schlichtweg nicht möglich. Die Entwicklung eines offenen, von allen nutzbaren Standards liegt auf der Hand“, sagt Tobias Decker, VP Product Development bei Buildingminds. „Mit unserer Initiative führen wir zusammen, was zusammengehört – Data-Driven Insights und globale Branchenstandards.“

Integration internationaler Branchenstandards mit dem Common Data Model
Die Integration bestehender internationaler Branchenstandards mit dem Common Data Model führt von Beginn an zu einer Konsistenz und Kohärenz von branchenbezogenen Daten und ermöglicht dadurch:

  • Benchmarking gemäß internationaler Standards
  • Integration branchenspezifischer Kennzahlen von Mieterzufriedenheit über Nachhaltigkeit bis hin zu Finanzkennzahlen
  • Machine Learning und Artificial Intelligence für Data-Driven Insights

„Unser Kernanliegen ist es, eine bessere Bewertung und Evaluierung für die Immobilienwirtschaft zu ermöglichen und die Effizienz von Unternehmen zu erhöhen“, sagt Andrew Knight, International Standards Director bei RICS. „Als internationaler Berufsverband sind wir natürlich sehr daran interessiert unsere branchenspezifischen Standards bereits von Beginn an in ein Common Data Model einzubringen, um die digitale Sphäre innerhalb von und zwischen Unternehmen praxisorientiert zu strukturieren.“

Das Projektmanagement leistet das auf Immobilienunternehmen spezialisierte Beratungsunternehmen Pom+ Consulting. „Es handelt sich um eines der wichtigsten Projekte im Rahmen der digitalen Transformation der Immobilienwirtschaft“, sagt Peter Staub, CEO bei Pom+. „Ein Vorhaben dieser Größe und Tragweite ist nicht mit zwei kleinen Arbeitssitzungen erledigt. Wir müssen strukturiert und zielorientiert zusammenarbeiten, um eine solche Mammutaufgabe zu meistern.“