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Digitalunternehmen spielen auf dem Mietmarkt eine immer wichtigere Rolle (Foto: Tirza van Dijk/unsplash.com)

News 2016-07-15T00:00:00Z Büromärkte: Mieter aus der Digitalwirtschaft immer wichtiger

Die Digitalwirtschaft ist die drittwichtigste Branche in der Bürovermietung. Berlin kristallisiert sich immer stärker als Zentrum der digitalen Wirtschaft heraus. Bei Arbeitsplätzen, Flächenumsatz und Dynamik liegt die Hauptstadt vorne.

Die digitale Wirtschaft hat sich mittlerweile als drittstärkste Branche nach dem Handel und den wissensintensiven Dienstleistungen etabliert. Laut einer Untersuchung von BNP Paribas Real Estate hat sie sich damit klar vor dem Maschinenbau, dem Fahrzeugbau und der Chemieindustrie platziert. Diese Entwicklung hat bereits jetzt signifikante Auswirkungen auf die Flächenumsätze der deutschen Büromärkte.

Betrachtet man den Flächenumsatz den Hard- und Software-Unternehmen, IT-Dienstleister und Internetfirmen auslösen, zeigt sich an den Big-Six-Standorten in den vergangenen drei Jahren eine sehr dynamische Entwicklung. Belief sich das gesamte Volumen 2013 noch auf 392.000 Quadratmeter, wurden zwei Jahre später bereits 625.000 Quadratmeter registriert.

Umsatz in Berlin verdreifacht
„Zwischen den einzelnen Städten waren allerdings sehr unterschiedliche Entwicklungen zu beobachten“, so Wolfgang Schneider, Head of Research bei BNP Paribas Real Estate. Absoluter Shooting Star ist Berlin. Während 2013 rund 21 Prozent des Umsatzes in diesem Segment auf die Hauptstadt entfielen, waren es 2015 bereits gut 39 Prozent. In absoluten Zahlen hat er sich von 81.500 Quadratmeter auf 244.000 Quadratmeter verdreifacht, womit sich Berlin zum Mekka der Startup-Szene und Internetwirtschaft entwickelt hat.

Auch bei der Zahl der Beschäftigten in der digitalen Wirtschaft hat sich die Hauptstadt mit fast 59.000 im Jahr 2013 (neuere Zahlen liegen nicht vor) an die Spitze gesetzt. Zwar wird die Zahl der Beschäftigten auch von der Größe der Stadt bestimmt, allerdings gibt es hierbei keinen linearen Zusammenhang. Unterstrichen wird diese Aussage dadurch, dass Frankfurt, Köln und Düsseldorf mit Werten zwischen 22.000 und 25.000 Beschäftigten nahezu die gleiche Größenordnung aufweisen.

Aber nicht nur die absolute Zahl der Beschäftigten, sondern auch die Dynamik ist in der Hauptstadt am stärksten ausgeprägt. Von 2008 bis 2013 hat die Beschäftigung um 44 Quadratmeter zugelegt. Ein weiteres Indiz dafür, dass sich Berlin zum absoluten Liebling der digitalen Wirtschaft entwickelt hat, ist in den neuen Unternehmensgründungen zu sehen. Im Jahr 2013 beispielsweise wurden hier 436 neue Unternehmen gegründet.

Zusätzlicher Flächenumsatz von 270.000 Quadratmeter realistisch
„Die Analyse zeigt, dass die digitale Wirtschaft mittlerweile einen Stellenwert erreicht hat, der erheblichen Einfluss auf die Büroflächennachfrage hat und sich dementsprechend in den Flächenumsätzen widerspiegelt. Darüber hinaus lässt sich nachweisen, dass die großen Städte hiervon unterschiedlich profitieren. Uneingeschränkter Gewinner ist Berlin, wo die Entwicklung darüber hinaus auch zukünftig nicht nur anhalten, sondern vermutlich noch an Bedeutung gewinnen dürfte.

Nach Berechnungen der Investitionsbank Berlin besteht die Chance, in der Hauptstadt bis 2030 rund 270.000 neue Jobs in diesem Marktsegment zu schaffen. Pro Jahr wären dies durchschnittlich 18.000 neue Beschäftigte. Unterstellt man einen Flächenbedarf von 15 Quadratmeter pro Arbeitsplatz, würde alleine hieraus ein jährlicher Flächenumsatz von rund 270.000 Quadratmeter entstehen“, sagt Wolfgang Schneider.

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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