Visualisierung eines hoch aufragenden und spitz zulaufenden Bürogebäudes
Die neue Unternehmenszentrale der Bank wird noch in diesem Jahr bezogen (Quelle: CF Moeller Architects)

Unternehmen & Köpfe 2025-03-25T09:16:14.191Z Berlin Hyp mit Rekordzahlen

Die Spezialfinanzierer der Berlin Hyp haben im vergangenen Jahr einen neuen Rekordwert bei den Zins- und Provisionsüberschüssen erzielt und blicken vorsichtig optimistisch in die Zukunft.

Die Berlin Hyp AG hat im Geschäftsjahr 2024 ihre Position am Markt weiter gefestigt und ihre Ertragskraft im operativen Kerngeschäft deutlich gesteigert. Trotz eines anspruchsvollen Marktumfeldes konnte das Unternehmen beeindruckende Zahlen vorweisen und seine Rolle als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit weiter ausbauen. „Wir haben im Kerngeschäft noch besser abgeschnitten als erwartet“, kommentiert Sascha Klaus, Vorstandsvorsitzender der Berlin Hyp die Zahlen im Gespräch mit immobilienmanager.

Das Neugeschäftsvolumen inklusive Prolongationen erreichte im Jahr 2024 einen Wert von 6,9 Milliarden Euro, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 400 Millionen Euro entspricht. Diese Entwicklung ist besonders bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass das Geschäftsjahr 2022 mit einem Gesamtvolumen von 6,9 Milliarden Euro abgeschlossen wurde, was nur knapp unter dem Rekordwert von 7,1 Milliarden Euro aus dem Jahr 2021 lag.

Besonders hervorzuheben ist die signifikante Steigerung des Ergebnisses vor Ertragsteuern, das sich im Vergleich zu 2023 mehr als vervierfacht hat. Mit 527 Millionen Euro liegt es deutlich über dem Vorjahreswert. Dieser Ergebnissprung ist zum einen auf die Steigerung des operativen Ergebnisses zurückzuführen, zum anderen auf die Auflösung von Vorsorgereserven im Zusammenhang mit der Integration der Berlin Hyp in die LBBW.

Der Zinsüberschuss stieg um beachtliche 61 Millionen Euro auf 559,3 Millionen Euro. Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf den Anstieg der Hypothekendarlehensbestände sowie Erträge aus der Zinsbuchsteuerung zurückzuführen. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich von 40 Prozent im Jahr 2023 auf 37,1 Prozent im Jahr 2024, was lt. Berlin Hyp auf gesteigerte Effizienz zurückzuführen ist. „Der Zins- und Provisionsüberschuss ist ein neuer Rekordwert für die Berlin Hyp“, so Klaus.

Porträt Sascha Klaus
Vorstandsvorsitzender Sascha Klaus (Quelle: Berin Hyp/Nadine Stegemann)

Deutschland blieb mit einem Anteil von 66 Prozent der wichtigste Markt im Neugeschäft der Berlin Hyp. Interessanterweise gewannen die internationalen Märkte, insbesondere die Niederlande, Polen und Frankreich aufgrund der früheren Belebung des Transaktionsgeschehens gegenüber dem Vorjahr leicht an Bedeutung. Die Berliner wollen damit frühzeitig auf Marktgegebenheiten reagieren.

Die Berlin Hyp konnte ihre Zusammenarbeit mit den Sparkassen weiter ausbauen. Im Jahr 2024 bestand mit 179 Sparkassen eine aktive Geschäftsbeziehung, wobei deutlich mehr als die Hälfte die Plattform „ImmoDigital“ nutzten. Diese Plattform ermöglicht den Sparkassen einen einfachen und unkomplizierten Zugang zu den Finanzierungs-Beteiligungsangeboten der Berlin Hyp.

Ein wichtiger Aspekt der Geschäftsentwicklung 2024 war der Fortschritt bei der Integration der Berlin Hyp in die LBBW. Die Arbeiten zum Aufbau eines Kompetenzzentrums für gewerbliche Immobilienfinanzierung der LBBW unter der etablierten Marke Berlin Hyp sowie zur Integration von Corporate-Center-Funktionen in die LBBW sind 2024 spürbar vorangeschritten. Dieser Prozess, der voraussichtlich im August 2025 abgeschlossen sein wird, verspricht die Schaffung eines führenden Kompetenzzentrums für gewerbliche Immobilienfinanzierung in Europa. Damit verbinde man die Vorteile eines Spezialfinanzierers mit denen einer Universalbank, so Klaus.

Ausblick und Herausforderungen

Für das Jahr 2025 erwartet die Berlin Hyp trotz des herausfordernden und schwer planbaren Umfelds ein Neugeschäft, das über dem des Jahres 2024 liegen werde. Die Bank rechnet mit einer leichten Belebung des Immobilieninvestmentmarktes, unter anderem weil voraussichtlich wieder mehr institutionelles Kapital an den Markt zurückkehren wird. Dabei werde 2025 aber keine sehr deutliche Trendwende am Immobilienmarkt zeigen.

Allerdings bleiben Herausforderungen bestehen. Die globale Wirtschaft wird voraussichtlich weiterhin stabil, aber langsamer als zuvor wachsen. Für Deutschland wird sogar mit einem Stagnationsjahr gerechnet. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht in ein Stagflationsszenario geraten“, mahnt Klaus. Neben strukturellen Problemen der deutschen Wirtschaft wirken sich die anhaltende geopolitische Unsicherheit und die Veränderungen der Zinslandschaft bremsend aus.

„Wichtig ist aus meiner Sicht, dass die im Rahmen des Finanzpaketes des Bundes beschlossenen Sondervermögen auch zügig investiert werden können“, resümiert Klaus. „Bürokratieabbau und schnellere Genehmigungsverfahren sind dafür unerlässlich.“

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zuletzt editiert am 25. März 2025