Während der Wohnungsbau 2025 wächst, belasten Haushaltsverzögerungen und Auftragsrückgänge den Wirtschaftsbau und die Projektentwickler.
Die deutsche Bauwirtschaft erlebt einen durchwachsenen Jahresbeginn. Nachdem der Januar 2025 mit einem realen Anstieg der Auftragseingänge von 5,2 Prozent gegenüber dem Vormonat Hoffnung schürte, folgt im Februar ein Dämpfer: Das Statistische Bundesamt meldet ein reales Minus von 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat meldet der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie. Besonders betroffen ist der Wirtschaftstiefbau, während der Wohnungsbau einen Lichtblick bietet.
Differenzierte Entwicklungen im Bauhauptgewerbe Wohnungsbau mit positivem Trend
Trotz der allgemeinen Stagnation zeigt der Wohnungsbau im Februar 2025 ein reales Plus von 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Für die ersten beiden Monate des Jahres ergibt sich sogar ein kumuliertes Wachstum von 20 Prozent. Diese Entwicklung könnte auf Nachholeffekte nach jahrelangen Rückgängen hindeuten und bietet Projektentwicklern im Wohnsegment neue Chancen.
Wirtschaftsbau und öffentlicher Bau unter Druck
Im Gegensatz dazu verzeichnen der Wirtschaftsbau und der öffentliche Bau Rückgänge. Besonders der Wirtschaftstiefbau, stark geprägt durch Infrastrukturprojekte wie den Bahnbau, leidet unter einem deutlichen Minus. Ein wesentlicher Faktor ist die vorläufige Haushaltsführung des Bundes seit Ende 2024, die neue Projektvergaben verhindert. Sollte der Bundeshaushalt 2025 erst im Herbst beschlossen werden, fällt der Bund als Investor nahezu ein ganzes Jahr aus – mit gravierenden Folgen für die Bauwirtschaft.
Während die Auftragseingänge rückläufig sind, meldet die Branche für Februar 2025 einen realen Umsatzanstieg von 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Für die ersten beiden Monate ergibt sich ein Plus von 5,7 Prozent. Interessanterweise zeigt sich hier ein umgekehrtes Bild: Der Wohnungsbau verzeichnet ein Umsatzminus, während der Wirtschaftsbau von vorherigen Investitionen, insbesondere im Bahnbereich, profitiert.
Projektentwickler zwischen Hoffnung und Unsicherheit
Die aktuellen Zahlen verdeutlichen die angespannte Lage in der Bauwirtschaft. Während der Wohnungsbau erste positive Signale sendet, stehen Projektentwickler im Wirtschaftsbau vor erheblichen Unsicherheiten. Die Verzögerungen im Bundeshaushalt und die daraus resultierenden Investitionsstopps belasten die Branche zusätzlich. Für Projektentwickler ist es daher entscheidend, flexibel auf Marktveränderungen zu reagieren und mögliche Chancen im Wohnungsbau zu nutzen, während sie gleichzeitig die Risiken im Wirtschaftsbau sorgfältig abwägen.
