Mehr genehmigte Wohnungen zu Jahresbeginn 2026 – laut ZIA ein „vorsichtiger Hoffnungsschimmer“ mit unsicheren Rahmenbedingungen.
Die Zahl der Baugenehmigungen in Deutschland ist zu Jahresbeginn 2026 deutlich gestiegen. Nach Angaben des Statistisches Bundesamts wurden im Februar 22.200 Wohnungen genehmigt – ein Plus von 24,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Vor allem der Neubau trug zur positiven Entwicklung bei. Die Zahl der genehmigten Wohnungen in neu errichteten Gebäuden legte im Februar um 30,6 Prozent auf 19.000 zu. Dagegen ging die Zahl der Genehmigungen für Umbauten leicht zurück.
Auch im Zeitraum Januar bis Februar zeigt sich ein Aufwärtstrend: Insgesamt wurden 41.700 Wohnungen genehmigt, ein Zuwachs von 16,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Besonders stark entwickelte sich der Neubau von Mehrfamilienhäusern. In den ersten beiden Monaten des Jahres wurden hier 21.900 Wohnungen genehmigt – ein Plus von 18 Prozent.
Auch Ein- und Zweifamilienhäuser verzeichneten Zuwächse, wenn auch auf niedrigerem Niveau. Insgesamt bleibt der Geschosswohnungsbau die wichtigste Säule der Genehmigungszahlen.
ZIA sieht vorsichtigen Hoffnungsschimmer
Der Zentraler Immobilien Ausschuss (ZIA) bewertet die aktuellen Zahlen zurückhaltend positiv. Hauptgeschäftsführerin Aygül Özkan kommentiert: „Die Zahlen sind ein vorsichtiger Hoffnungsschimmer, aber es bleibt die Frage, wie tragfähig der Aufschwung ist.“
Trotz steigender Genehmigungen bleiben die Rahmenbedingungen schwierig. Hohe Baukosten, teure Energiepreise und geopolitische Unsicherheiten belasten Projekte weiterhin bereits in der Planungsphase. „Wer heute baut, geht nach wie vor erhebliche Risiken ein. Viele Projekte brauchen einen langen Atem unter den jetzigen Bedingungen“, so Özkan.
Vor diesem Hintergrund rückt die geplante Novelle des Baugesetzbuchs in den Fokus. Aus Sicht des ZIA enthält der aktuelle Referentenentwurf zwar wichtige Ansätze, etwa zur Beschleunigung von Verfahren und zur Digitalisierung. Allerdings sieht der Verband weiteren Handlungsbedarf. Insbesondere fordert er kürzere Fristen, mehr Flexibilität im Bestand sowie einen klaren Vorrang für den Wohnungsbau. „Die Novelle muss sich messen lassen: an Tempo, Wirkung und Entlastung“, betont Özkan. „Deutschland braucht eine BauGB-Novelle, die in der Praxis schnelleres Planen und Bauen ermöglicht und nicht nur neue Regelungen auf dem Papier schafft.“
Genehmigungen allein reichen nicht aus
Auch aus Sicht des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie ist der Anstieg der Genehmigungen noch kein Garant für eine tatsächliche Belebung der Bautätigkeit. Hohe Kosten, regulatorische Anforderungen und Finanzierungsbedingungen könnten weiterhin dazu führen, dass Projekte trotz Genehmigung nicht realisiert werden.
Die aktuellen Zahlen markieren damit zwar eine Trendwende bei den Genehmigungen, lassen jedoch offen, ob daraus auch ein nachhaltiger Aufschwung im Wohnungsbau entsteht.
