News 2018-12-13T00:00:00Z Baugenehmigungen leicht gestiegen

Die Zahl der neu genehmigten Wohnungen ist von Januar bis Oktober 2018 um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Längst nicht genug, wie GdW und ZIA finden.

Von Januar bis Oktober 2018 wurde in Deutschland der Bau von insgesamt 289.700 Wohnungen genehmigt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren das 1,2 Prozent oder 3.500 Baugenehmigungen mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Genehmigungen galten sowohl für neue Gebäude als auch für Baumaßnahmen an bereits bestehenden Gebäuden.

Im Detail sind die Genehmigungen für neu zu errichtende Wohngebäuden in den ersten zehn Monaten des Jahres 2018 um 1,9 Prozent oder 4.800 Wohnungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Absolut zählte Destatis rund 252.300 Wohnungen. Der Anstieg ist ausschließlich auf die Zunahme der Baugenehmigungen für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern zurückzuführen (+5,7 Prozent). Dagegen ist die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 0,9 Prozent und für Zweifamilienhäuser um 4,6 Prozent zurückgegangen.

Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, sieht weiteren Bedarf: „Genehmigt ist noch lange nicht gebaut. Hohe Hürden, wie die immer weiter steigende Flut der Bauauflagen und Normen, teure Baugrundstücke und steigende Baukosten stehen dem bezahlbaren Wohnungsbau im Weg. Der Wohnungsmangel in den Ballungszentren bleibt akut, so dass die steigenden Baugenehmigungen nur wenig Linderung bringen."

Hohe Hürden bremsen den Wohnungsbau
Unzureichende Planungs- und Baukapazitäten, steigende Grunderwerbsteuern und hohe energetische Anforderungen bremsen seiner Meinung nach den Wohnungsbau zusätzlich aus. „Dabei brauchen wir mindestens 400.000 neue Wohnungen im Jahr. Bund, Länder und Kommunen müssen den bezahlbaren Wohnungsbau endlich als gemeinsame, nationale Aufgabe begreifen und die Ergebnisse des Wohngipfels ab 2019 koordiniert, zügig und mit frischem Schwung umsetzen. Sonst wird der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in den Hotspots zementiert und damit zu einem langfristigen sozialen Problem", so Gedaschko weiter.

Ähnlich sieht es der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) und dessen Präsident Andreas Mattner. Die aktuellen Vorhaben seien in vielen Bereichen das exakte Gegenteil von dem, was es brauche, um die teils dramatische Situation auf den Wohnungsmärkten zu lösen. „Zur Schaffung von Wohnraum gehört auch die Schaffung von Anreizen: Etwa die Einführung einer steuerlichen Abschreibung für die energetische Gebäudesanierung, eine Vereinfachung des Baurechts und mehr Effizienz bei Planungs- und Baugenehmigungen. Ein Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz für den Gebäudesektor muss im Jahr 2019 weit oben auf der politischen Agenda stehen“, mahnt Mattner an.

zuletzt editiert am 20. Januar 2022
Newsletter