Ende Mai sorgte ein Urteil gegen Shell für Aufsehen - müssen auch Immobilienunternehmen mit Klagen rechnen? (Bild: Unsplash)
Ende Mai sorgte ein Urteil gegen Shell für Aufsehen - müssen auch Immobilienunternehmen mit Klagen rechnen? (Bild: Unsplash)

Nachhaltigkeit & ESG

20. December 2021 | Teilen auf:

"Wer jetzt seine ESG-Hausaufgaben nicht macht..."

Umweltorganisationen klagen derzeit vor allem gegen internationale Konzerne wie BMW, Mercedes oder Shell. Sie fordern von ihnen mehr Anstrengungen gegen die Klimakrise. Auch die Immobilienwirtschaft muss sich wappnen, wie Rechtsexperte Dr. Alexander Dlouhy in seinem Gastbeitrag erklärt.

Klimaklagen beschäftigen immer mehr Gerichte. Ein niederländisches Urteil gegen Shell sorgte Ende Mai für Aufsehen. Ein Gericht in Den Haag entschied in erster Instanz, dass Shell seinen Treibhausgasemissionen bis 2030 um 45 Prozent gegenüber dem Stand von 2019 reduzieren muss. Niederländische Klimaschützer hatten geklagt. Im September hat die Deutsche Umwelthilfe eine Klage gegen BMW und Mercedes eingereicht. Nach der Klage sollen die beiden Hersteller ab 2030 keine PKW mit Verbrennermotoren mehr bauen, es sei denn deren Betrieb ist treibhausgasneutral möglich.

Könnten auf die Bau- und Immobilienbranche ähnliche Verfahren zurollen? Letztlich ist sie ein treibhausgasintensiver Wirtschaftsbereich. Das gilt zum Beispiel für die Herstellung und Nutzung von Stahl und Zement aber natürlich auch die Wärmeversorgung der Gebäude. Der Gebäudesektor ist für 40 Prozent des Energieverbrauchs und für 36 Prozent aller Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Der Gebäudebereich muss zur Erfüllung der vom Klimaschutzgesetz vorgegebenen Maßgaben bis 2030 seine CO2-Emissionen um 53 Millionen Tonnen senken.

Aktuell steht die Immobilienbranche noch nicht im Fokus der Umweltverbände. Sie ist überwiegend mittelständisch organisiert, es gibt wenige Großkonzerne in der Branche, die ähnlich stark im Rampenlicht stehen wie Shell, RWE, Mercedes oder BMW. Das bedeutet aber nicht, dass dies nicht in Zukunft geschehen könnte, und Bau- und Immobilienfirmen öffentlichkeitswirksam aufgefordert werden, mehr auf die Recyclingfähigkeit ihrer Baustoffe zu achten oder vermehrt nachwachsende Stoffe wie Holz zu verbauen, anstatt weiterhin auf CO2-intensive Materialien zu setzten...

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zuletzt editiert am 26.11.2021