Bundestagswahl-2017
Gestern haben die Deutschen einen neuen Bundestag gewählt (Foto: Elbe & Flut/Thomas Hampel)

News 2017-09-25T00:00:00Z Am Tag nach der Wahl

Deutschland hat gewählt und spätestens am Tag danach beginnen die Deutungen und Mutmaßungen über die zukünftige Regierung und deren Politik. Einige Statements und Forderungen aus der Immobilienbranche.

Gestern fand die Bundestagswahl 2017 statt - ab heute darf über Regierungsbildung und politische Agenda gemutmaßt werden. Rechnerisch sind sowohl eine große Koalition als auch eine Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen möglich. Nach der klaren Absage der SPD ist allerdings ein Fortführen der bestehenden Regierungskoalition unwahrscheinlich.

Was heißt das nun für die Immobilienbranche? „Das aktuelle Wahlergebnis deutet auf eine Jamaika-Koalition hin – auch wenn rechnerisch eine große Koalition möglich ist. Somit werden erst die Verhandlungen zeigen, welche Themen auch umgesetzt werden", erklärt Kruno Crepulja, CEO von Instone Real Estate. Er hofft, dass sich die CDU/CSU und FDP mit ihren „eher pragmatischen Ansätzen durchsetzen können. Bündnis 90/Die Grünen sprachen bisher meist von starken Regulierungen, was aus unserer Sicht nicht zielführend ist."

Yamaika-Koalition-Bundestagswahl-Immobilien
Auf manchen Twitter-Kanälen von Immobilienprofis freundet man sich schon einmal mit Yamaika an. (Foto: Twitter.com)

Keine Zeit verlieren
„Die Immobilienwirtschaft kann mit beiden möglichen Koalitionen gut leben, auch wenn sich viele Branchenakteure sicherlich mehr über einen Wahlsieg von schwarz-gelb gefreut hätten.", machte Antoinette Hiebeler-Hasner, Partnerin bei Vistra, klar. Und ZIA-Präsident Dr. Andreas Mattner sagte: „Die Immobilienwirtschaft ist wie auch alle anderen Wirtschaftssektoren auf eine schnelle Rückkehr in den politischen Alltag angewiesen. Unsere Branche muss große Herausforderungen meistern. Bezahlbares Wohnen und Bauen, die Energiewende im Gebäudesektor, der digitale Wandel unserer Branche. Politischer Stillstand ist gerade vor diesem Hintergrund der falsche Weg.“

Mattner forderte zudem mehr Bewusstsein für Büroimmobilien. „In der Vergangenheit hat der Gesetzgeber den Fokus auf Wohnimmobilien gerichtet. Angesichts der angespannten Lage in deutschen Groß- und Universitätsstädten war das auch nachvollziehbar. Doch die Verknappung wirkt sich auch auf moderne Büroflächen aus. Das muss mitgedacht werden, sonst droht ein wirtschaftlicher Schaden für Deutschlands Städte und Gemeinden."

Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD fordert: „Wohnungspolitik muss in den Mittelpunkt der politischen Agenda gestellt werden.“ Die Mietpreisbremse sei gescheitert, „das hat auch die Kanzlerin eingeräumt". Es müsse eine grundlegend erneuerte Wohnungspolitik umgesetzt werden. „Der Wohnungsmarkt braucht jetzt nicht mehr Regulierungen, sondern die Förderung des Wohnungsbaus", so Schick weiter. „Es braucht mehr Neubau und weniger Regulierung", sagte er gegenüber immobilienmanager und hofft auf eine liberale Handschrift in der neuen Wohnungspolitik. Er fordert zudem einen nationalen Aktionsplan zur Schaffung von mehr Wohnungen und die bundesweite Senkung der Grunderwerbsteuer. Bei Energie-Fragen müsse „mit Maß und Mitte agiert werden, so dass die beiden Pole bezahlbares Wohnen und Klimaschutz ideologiefrei bestmöglich vereint werden können".





zuletzt editiert am 31. Mai 2021
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