Eine Gruppe von Männern in Anzügen steht auf einem roten Teppich vor einer dekorativen Wand.
V.l.n.r.: Dr. Ulrich Nagel (Geschäftsführer Deutsche Allianz für Serielle Sanierung), René Fabian (Niersberger Group), Alexander Geißels (Saint-Gobain Pre.formance), Andreas Kipp (RENOWATE), Alexander Fuchs (B&O Seriell), Torsten Wybranitz (Niersberger Building Solutions), Emanuel Heisenberg (ecoworks) (Quelle: DASS)

Unternehmen & Köpfe 2026-04-16T12:20:07.675Z Allianz für serielle Sanierung gegründet

Fünf Unternehmen gründen Plattform für serielle Sanierung und fordern neue Förder- und Regulierungsansätze.

Führende Anbieter im Bereich der seriellen Sanierung haben die „Deutsche Allianz für Serielle Sanierung“ (DASS) gegründet. Die Initiative versteht sich als Interessenvertretung gegenüber Politik und Wohnungswirtschaft sowie als Informationsplattform für den Markthochlauf serieller Sanierungslösungen.

Zu den Gründungsmitgliedern zählen die Unternehmen B&O Bau, Ecoworks, Niersberger, Renowate sowie Saint-Gobain Pre Formance. Die Allianz steht weiteren Anbietern offen und befindet sich nach eigenen Angaben im Austausch mit Branchenverbänden.

Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für serielle Sanierungen zu verbessern und deren Einsatz in der Breite zu fördern. Im Fokus stehen dabei regulatorische Anpassungen und verlässliche Förderstrukturen.

„Es ist der ideale Zeitpunkt gekommen, um serielle Sanierung als skalierbare Klimaschutzmaßnahme flächendeckend zu etablieren. Wir stehen als Lösungspartner parat, um Eigentümern und Kommunen bei ihrer anspruchsvollen Sanierungsaufgabe mit Komplettlösungen zur Seite zu stehen“, erklärt Alexander Fuchs, Sprecher der Allianz.

Forderungen an Politik und Vergabepraxis

Die Allianz spricht sich für eine bundesweite Muster-Richtlinie für serielle Sanierung aus. Zudem fordert sie die Wiederaufnahme der Bundesförderung „Serielles Sanieren“ sowie Anpassungen im Vergaberecht. Insbesondere plädiert die Initiative für funktionale Ausschreibungen anstelle von Einzellosvergaben.

Hintergrund ist der steigende Handlungsdruck im Gebäudesektor, der einen erheblichen Anteil am Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß in Deutschland hat. Mit Blick auf die Umsetzung der europäischen Gebäuderichtlinie (EPBD) sieht die Allianz serielle Sanierung als zentralen Hebel.

Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur sind rund 90 Prozent der Wohngebäude in Deutschland bislang nicht oder nur teilweise energetisch saniert. Seit 2019 wurden demnach 113 serielle Sanierungsprojekte abgeschlossen, weitere befinden sich in Umsetzung oder Planung.

Das Umweltbundesamt sieht ein Potenzial von bis zu 6,5 Millionen geeigneten Wohnungen. Daraus ergibt sich ein geschätztes Investitionsvolumen von rund 120 Milliarden Euro.

Gleichzeitig zeigen aktuelle Entwicklungen Effizienzgewinne: Laut einer Studie der dena hat sich die durchschnittliche Projektdauer seit 2023 von 42 auf 21 Wochen halbiert, während die Kosten um etwa ein Drittel gesunken sind.

Die Allianz hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2028 zur Verdopplung der jährlichen Sanierungsquote im deutschen Gebäudebestand auf zwei Prozent beizutragen. Damit soll ein Beitrag zur Erreichung der kommunalen und nationalen Klimaschutzziele geleistet werden.

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zuletzt editiert am 16. April 2026