Die aktuellen Ratings der offenen Immobilienfonds zeigen die Gewinner und Verlierer des Jahres 2016. Anleger warten auf neue Fondsprodukte, in die sie investieren können.
Die Ratingagentur Scope hat heute ihre neuesten Ratings für offene Immobilienfonds vorgestellt. Ein wesentliches Ergebnis: Die Risiko-Rendite-Profile der offenen Immobilienpublikumsfonds nähern sich immer stärker einander an.
Fonds immer ähnlicher
Noch vor wenigen Jahren erzeugten unterschiedliche Investitionsschwerpunkte und -strategien erkennbare Unterschiede in Bezug auf Rendite und Volatilität der einzelnen Fonds. Derzeit zeigen jedoch vor allem Publikumsfonds für Privatanleger mit europäischem Fokus kaum Performance-Unterschiede. Eine Folge dieser Nivellierung: Das Spektrum der von Scope vergebenen Ratings engt sich ein. Es reicht derzeit nur von bbb-AIF bis aa-AIF.
Verbessern konnten ihre Ratings die folgenden Fonds:
- Grundbesitz global
- Leading Cities Invest
- Uniimmo: global
- Westinvest Interselect
Verschlechtert haben sich die Ratings der folgenden Fonds:
- Grundbesitz Europa
- Uniimmo: Europa
- Uni Institutional European Real Estate
- Westinvest Immo Value
Die offenen Immobilienfonds haben im vergangenen Jahr insgesamt 60 Immobilien gekauft. Dabei investierten sie ein vergleichsweise hohes Ankaufsvolumen von 6,2 Milliarden Euro. Ein Drittel dieses Volumens floss in US-Immobilien (Vorjahr 17 Prozent).
Deutschland erstmals nicht mehr wichtigster Ankaufsmarkt
Daran sieht man die stark veränderten Investitionsstrategien der Fondsmanager: Noch 2014 investierten die Fonds 40 Prozent des Volumens in Deutschland, 2015 immerhin noch 22 Prozent. 2016 kam Deutschland nur noch auf 17 Prozent. Erstmals war der hiesige Markt damit nicht der wichtigste Standort für die Immobilienfonds.
Unabhängig von der Jahresbetrachtung für 2016 ist Deutschland mit 32 Prozent allerdings noch immer der dominierende Markt in den Portfolios. Frankreich kommt auf 12,0 Prozent, UK auf 11,0 Prozent und die USA mittlerweile auf 10,0 Prozent.

Büroimmobilien dominieren weiter die Portfolios mit 55 Prozent. Allerdings sank ihr Anteil am Investitionsvolumen 2016. Dahingegen gewannen Hotels zuletzt stark an Bedeutung (16 Prozent Anteil 2016) und lagen gleichauf mit Einzelhandelsimmobilien. Wohnimmobilien vereinen mit 2,3 Prozent nur geringe Anteile an den Investitionsvolumina.
Generell spielen große Immobilien in den Portfolios eine wichtigere Rolle. Das liegt auch daran, dass die Immobilienfonds in der aktuellen Marktphase häufiger kleinere Objekte aus ihren Portfolios abverkaufen. Dadurch nahm zum Beispiel der Anteil der Objekte im Wert zwischen 200 bis 500 Millionen Euro in den Portfolios von 26 Prozent auf 29 Prozent zu.
Neue Fondsprodukte erwartet
Die Fondsmanager werden 2017 weiter die Mittelzuflüsse reglementieren. Dadurch besteht ein Nachfrageüberhang, der von bestehenden Produkten nicht bedient werden kann. Deshalb sieht Scope Potenzial für neue Fonds, die sich auch an institutionellen Anleger richten. Vorteil solch neuer Fonds: Sie können regulatorisch mit geringeren Liquiditätsquoten arbeiten. Nachteil: Sie müssen ihre Portfolios in der aktuellen Hochpreisphase aufbauen, was Abwertungsrisiken im Falle einer Abschwungphase birgt.