Haus & Grund kritisiert die Stadt Stuttgart wegen des Vorgehens rund um das EnBW-Areal am Stöckach. Hintergrund ist ein Vorkaufsrecht für die Stadt.
Der Stuttgarter Haus- und Grundbesitzerverein wirft Verwaltung und Gemeinderat in Stuttgart vor, mit dem Ende 2017 in einer Hauruck-Aktion gesicherten Vorkaufsrecht für das EnBW-Areal am Stöckach eine Blockade bei der dringend notwendigen städtebaulichen Neuordnung provoziert zu haben. „Dadurch kommt der Neubau von 600 Wohnungen unter die Räder der seit Jahren andauernden Fehde zwischen Landeshauptstadt und der EnBW. Das darf im Hinblick auf die allseits beklagte Wohnungsknappheit nicht sein“, ärgert sich Haus & Grund-Vorsitzender Dr. Klaus Lang.
Bereits seit 2006 ist mit dem Neubau der EnBW-City am Fasanenhof und dem Umzug der Mitarbeiter dorthin klar, dass eine der letzten innerstädtischen Konversionsflächen mit 4,25 Hektar entwickelt und für Wohnungen ab 2020 nutzbar gemacht werden kann. Hierzu gab es mehrere Untersuchungen zusammen von EnBW, Stadt und externen Beratern mit
anfänglich 400 Wohnungen und ab 2014, mit Aufnahme in die sogenannte Zeitstufenliste, mit bis zu 600 Wohnungen.
Nach Darstellung von Haus & Grund habe sich mittlerweile die EnBW als Eigentümerin der Grundstücke dazu entschieden, das Areal entweder selbst zu entwickeln oder es zu Marktpreisen an einen Investor zu verkaufen. Dies werde nun durch das mit dem Stadterneuerungsvorranggebiet geschaffenen Vorkaufsrecht gehemmt.
Der Vorwurf an die Stadt: Sie wolle die Grundstücke selbst zum günstigeren Verkehrswert an sich reißen. Ein Einschreiten der Stadt sei jedoch überhaupt nicht notwendig gewesen, da die EnBW, selbst ein Unternehmen der öffentlichen Hand, von Anfang erklärte hatte dort Wohnungen zu errichten. Das überstürzte und eigennützige Vorgehen der Stadt wirkt hier also geradezu kontraproduktiv. „Zielführender wäre es daher, wenn der Gemeinderat die Verwaltungsspitze drängen würde, gemeinsam mit der EnBW die Realisierung der dringend benötigten Wohnungen zügig voranzutreiben“, so Haus-&-Grund-Geschäftsführer Ulrich Wecker.