Ein Mann schreibt auf einem Blatt Papier. Quelle: Scott Graham/Unsplash
Die Adler Group und die LEG haben eine Absichtserkärung unterzeichnet, dass letztere ein Wohnungsportfolio übernimmt. Quelle: Scott Graham/Unsplash

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11. October 2021 | Teilen auf:

Adler Group nimmt Stellung

15.500 Wohneinheiten sollen für 1,5 Milliarden Euro von der Adler Group in die Hände der LEG wechseln. Außerdem veröffentlich Adler nach den Vorwürfen des Investors Fraser Perring, dass der luxemburgische Konzern seine Bilanz künstlich aufgebläht habe, nun Informationen zu den Bewertungen ihrer Vermögenswerte.

Rund 15.500 Wohnungen will die LEG Immoiblien SE von der Adler Group S.A. kaufen - für einen Preis von 1,5 Milliarden Euro. Dazu haben beide Partien eine Absichtserklärung unterzeichnet. Die Adler Group will damit ihren Schuldenabbau beschleunigen und ihr verbleibendes Portfolio auf stärkere Städte konzentrieren.

Die zu veräußernden Vermögenswerte liegen unter anderem in Wilhelmshaven, Göttingen und Wolfsburg. Erwartet wird ein Netto-Mittelzufluss aus der Transaktion, unter anderem nach Rückzahlung von besicherten Darlehen, von rund 800 Millionen EUR; damit wird der der Abbau der Verschuldung bei einem Ziel für den Beleihungsgrad (Loan-to-Value, LTV) von unter 50 Prozent beschleunigt.

Der Abschluss der Transaktion steht unter dem Vorbehalt des Abschlusses der endgültigen Verträge und der Erfüllung der am Markt gängigen Bedingungen, insbesondere der behördlichen Genehmigungen, und wird voraussichtlich bis Ende 2021 erfolgen. Die Veräußerung würde keinen Einfluss auf die kürzlich angehobene Finanzprognose von Adler für das Jahr 2021 mit Nettomieteinnahmen von 340 bis 345 Millionen Euro und einem FFO 1-Ziel von 135 bis 140 Millionen Euro haben.

Adler wehrt sich gegen Vorwürfe

Die Adler Group betont, dass dies klarer Beleg für das hohe Qualitätsprofil des Adler-Portfolios sowie für die Wettbewerbsintensität und Liquidität auf dem deutschen Markt für Wohnimmobilien sei. Diese Bemerkung zielt auf die Anschuldigungen des Betrug, der Manipulation und Täuschung der Geldgeber durch die Adler Group, mit denen der britische Investor Fraser Perring vergangene Woche an die Öffentlichkeit trat. Außerdem äußerte Fraser Perring Kritik an stillstehenden Baustellen, Insidergeschäften und warf dem Management vor, Geld aus übernommenen Firmen abzuziehen.

Nach den ersten Dementis durch die Adler Group veröffentlichte diese nun Informationen zu den Bewertungen ihrer Vermögenswerte. Nach Angaben des Konzerns bewertete CBRE das gesamte Renditeportfolio zum 30. Juni 2021. Dabei handelte es sich nicht um eine Überprüfung einer internen Bewertung, sondern um eine vollständige externe unabhängige Bewertung. Die Bewertung und die zugrunde liegenden Annahmen wurden von KPMG überprüft. Die CBRE-Bewertung basiert auf RICS-Standards und CBRE ist auch Gutachter für mehrere börsennotierte deutsche Wohnimmobilienunternehmen.

3,7 Milliarden Euro Fair Value des Development-Portfolios

Das gesamte Development-Portfolio von Adler wurde ebenfalls zum zum 30. Juni 2021 von NAI Apollo bewertet. Dazu gehören Bewertungen von Development-Projekten der Consus Real Estate AG und der Brack Capital Properties N.V., die von KPMG und PKF Amit Halfon überprüft wurden. Darüber hinaus hat KPMG im Rahmen der Überprüfung der Adler-Gruppe zum 30. Juni 2021 die Zahlen des ersten Halbjahres der Consus Real Estate AG einschließlich der Bewertungen der Entwicklungen für Adler überprüft.

Nach Angaben der Adler Group unterstützte die PwC GmbH WPG bei der Erstkonsolidierung der Akquisitionen der Adler Real Estate AG, der Brack Capital Properties N.V. und der Consus Real Estate AG. Alle Akquisitionen und Verkäufe von Adler, Adler Real Estate AG, Brack Capital Properties N.V. und Consus Real Estate AG wurden demnach von internationalen Wirtschaftsprüfern überprüft beziehungsweise geprüft.

Die Adler Group betont, dass alle Transaktionen und Bewertungen zu marktüblichen Bedingungen durchgeführt und von renommierten unabhängigen Unternehmen bewertet werden. Dessen ungeachtet hat das Senior Management und der Verwaltungsrat von Adler beschlossen, externe unabhängige Berater und Wirtschaftsprüfer zu beauftragen, um eine umfassende Überprüfung der Vorwürfe, insbesondere der Dritttransaktionen, durchzuführen. Das Ergebnis der Analyse wird veröffentlicht, sobald es verfügbar ist.