Kristallball vor einem modernen Gebäude
Wie wird sich die Immobilienkonjunktur weiter entwickeln? (Quelle: Aditya Chinchure on unsplash.com)

Standorte & Märkte

20. October 2022 | Teilen auf:

Abkühlende Immobilienkonjunktur birgt auch Chancen

Laut der aktuellen Trendbarometer-Umfrage der Berlin Hyp wird die sich abkühlende Immobilienkonjunktur die energetische Transformation vorantreiben und den Preisanstieg bei Bau- und Materialkosten bremsen.

70 Prozent der Teilnehmer der Berlin-Hyp-Umfrage im Rahmen der Expo Real gehen davon aus, dass steigende Finanzierungskosten die Immobilienwirtschaft in den kommenden Jahren maßgeblich beeinflussen werden. Für 58 Prozent der Befragten sind die gestiegenen Energiekosten die größte Herausforderung, gefolgt von Lieferketten mit 28 Prozent und Personalknappheit mit 23 Prozent. Als weniger ausschlaggebend werden allgemeine geopolitische Risiken mit 23 Prozent, die Verfügbarkeit von Finanzierungen und von Flächen (je 19 Prozent), die Regulierung und das Erreichen der Taxonomie-Konformität mit je 13 Prozent Zustimmung sowie eine sinkende Nachfrage nach Immobilien mit neun Prozent angesehen.

Diese Ergebnisse des aktuellen Trendbarometers zeigen, dass die Branche vor einer Zäsur steht und gefordert ist, sich an die geänderten Rahmenbedingungen anzupassen. "Der Immobilienfinanzierungsmarkt war bis zu den geopolitischen Verwerfungen sehr stabil. Nun hat sich die Zinslast in der gewerblichen Immobilienfinanzierung seit Jahresbeginn erheblich erhöht. In der Folgebeobachten wir, dass Transaktionen verschoben oder neu kalkuliert werden", so Sascha Klaus, Vorstandsvorsitzender der Berlin Hyp AG. "Ein Großteil der Immobilienbranche ist jedoch gut aufgestellt, sie ist moderner, resilienter und innovativer geworden", führt er aus.

Chancen durch sich abkühlende Immobilienkonjunktur

48 Prozent und damit nahezu die Hälfte der Umfrageteilnehmer glauben, dass die abkühlende Immobilienkonjunktur die energetische Transformation vorantreiben wird. Angesichts der aktuellen Versorgungskrise mag dies verwundern, zumal die energetische Transformation zumindest kurzfristig mit erheblichen Kosten verbunden ist.

39 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass der Preisanstieg bei Material und Baukosten gebremst wird und 35 Prozent sehen wieder mehr freie Kapazitäten bei Bau- und Handwerksfirmen. Ein stärkerer Fokus auf Qualität ist für 32 Prozent eine Chance der abkühlenden Konjunktur, wohingegen ein beschleunigter Strukturwandel (28 Prozent), eine erleichterte Diversifikation des Portfolios aufgrund günstiger Einstiegsmöglichkeiten und die Wertigkeit immobilienwirtschaftlicher Expertise mit je 18 Prozent Zustimmung als Chance wahrgenommen werden. Keine Chance beziehungsweise andere Chancen sehen vier Prozent der Umfrageteilnehmer.

Bei der Bestimmung des Zeithorizonts, in dem sich die Immobilienwirtschaft von der Energiekrise und dem Ukraine-Krieg erholen wird, gehen die Meinungen auseinander. 62 Prozent der Umfrageteilnehmer gehen von einer Erholung der Immobilienwirtschaft spätestens nach drei Jahren aus. Hiervon halten 32 Prozent der Befragten einenZeithorizont von zwei bis drei Jahren für realistisch, 23 Prozent derUmfrageteilnehmer gehen von ein bis zwei Jahren aus und eine sehr optimistische Minderheit von sieben Prozent glaubt, die Immobilienbranche würde sich innerhalb eines Jahres erholen. Eine längere Phase bis zur Erholung prognostizieren 37 Prozent der Befragten. 21 Prozent gehen von drei bis fünf Jahren und zehn Prozent der Umfrageteilnehmer halten einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren für realistisch. Einen längeren Zeitraum als zehn Jahre sowie einen nicht absehbaren Zeitraum prognostizieren sechs Prozent.

zuletzt editiert am 20.10.2022