Zukunft-tom-parkes-Ns-BIiW-cNU-unsplash
(Bild: Zukunft_tom-parkes-Ns-BIiW_cNU-unsplash)

News 2019-10-07T00:00:00Z 5 zentrale Branchentrends zur Expo Real

Pünktlich zum Start der Expo Real hat CBRE fünf zentrale Trends der Immobilienwirtschaft identifiziert. Was bewegt den Immobilienmarkt und seine Akteure in den kommenden Monaten? Die Antworten finden Sie hier.

Zukunft-tom-parkes-Ns-BIiW-cNU-unsplash
(Bild: Zukunft_tom-parkes-Ns-BIiW_cNU-unsplash)

1. Werden bald alle Konzerne zu Bauherren?
Dass Fachkräfte im War for Talents nur mit einer zeitgemäßen Arbeitsumgebung gehalten werden können, hat sich in der Branche inzwischen herumgesprochen. Aber was nützen moderne Büroflächen allein, wenn die direkte Umgebung der Immobilie eher einer Geisterstadt ähnelt? Heute, in Zeiten von Mischnutzungen und einer Stadt der kurzen Wege, müssen Wohnen, Arbeiten, Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten schnell erreichbar sein. Das hat zur Folge, dass immer mehr Mittelständler und Konzerne nicht nur das Thema Werkswohnungen wiederentdecken. In den USA entwickeln Google und Co. bereits seit Jahren komplette Stadtquartiere, die verschiedenste Nutzungsarten vereinen. Auch hierzulande könnten einige Konzerne ohne Immobilienschwerpunkt schon bald zum Bauherrn werden und in Kooperation mit den Kommunen und der Immobilienbranche eigene Projekte realisieren.

2. Werden Corporate-Portfolios auf links gedreht?
Aktuell ist für viele deutsche Unternehmen erst einmal eine Bestandsaufnahme der von ihnen genutzten Flächen nötig. Denn sowohl die digitale Revolution als auch notwendige Veränderungen im Geschäftsmodell sorgen dafür, dass die Mietflächen und die unternehmenseigenen Immobilien an die aktuellen Flächenanforderungen angepasst werden müssen. Dieser Änderungsbedarf sollte nicht unterschätzt werden, denn einerseits steigen die Baukosten stetig. Andererseits kann es sich über Jahre hinziehen, wenn Immobilien veräußert, hinzugekauft oder komplett neu gebaut werden müssen. Wie groß das Ausmaß der nötigen Anpassungen ist, zeigt übrigens eine ZIA-Studie aus der ersten Jahreshälfte: Etwa 50 Prozent aller deutschen Corporate-Flächen müssen ausgetauscht werden. Die Gefahr dabei ist, dass die dafür nötigen Kapazitäten im CREM-Bereich in den Non-Property-Unternehmen oft nicht oder nur eingeschränkt vorhanden sind.

3. Sorgt die Konjunktur für leere Fertigungshallen?
Erstmals seit dem Jahr 2013 könnte die deutsche Wirtschaft wieder in eine Rezession rutschen. Das zieht allerdings nicht automatisch einen Abschwung auf dem gesamten deutschen Gewerbeimmobilienmarkt nach sich. Vielmehr müssen die Folgen je nach Nutzungsart betrachtet werden. Während für die Bürovermietungsmärkte aufgrund des massiven Nachfrageüberhangs, vor allem in den Top-Standorten, in den kommenden Jahren positive Ausgangsbedingungen herrschen dürften, sieht die Lage bei klassischen Industrieimmobilien schwieriger aus. Vor allem für große homogen genutzte Flächen müssen Alternativkonzepte entwickelt werden. Wie das funktionieren kann, zeigen beispielsweise moderne, gemischt genutzte Gewerbeparks, die über Flächenveränderungen leichter auf den wirtschaftlichen Wandel reagieren können. Aber auch hier gilt: Kurze Wege und ein lebendiges Umfeld sind wichtige Standortfaktoren.

4. Mischt „Fridays for Future“ auch beim Bauen mit?
Nicht erst die Bewegung „Fridays for Future“ hat gezeigt, dass Nachhaltigkeit ein gesamtgesellschaftlich wichtiges Thema ist. Das gilt auch seit je her für die Immobilienbranche. Schließlich machen Immobilien dem Umweltbundesamt zufolge etwa 30 Prozent des deutschen CO 2 -Ausstoßes aus und sind somit ein erheblicher Faktor in der Nachhaltigkeitsdebatte. Entsprechend viele Ansatzpunkte gibt es, um CO 2 einzusparen; beispielsweise muss die Nachverdichtung innerhalb der deutschen Städte forciert werden. Zwar werden bereits immer mehr entsprechende Projekte umgesetzt, vom politischen Ziel einer Flächenkreislaufwirtschaft sind wir jedoch noch weit entfernt. Noch wichtiger ist ein Gesamtblick auf ein nachhaltiges Bauen und Nutzen von Immobilien im Rahmen einer zukunftsorientierten Stadtentwicklung. Dazu zählen die Verwendung umweltschonender Baumaterialien genauso wie intelligente Verkehrskonzepte – die dafür sorgen, dass die Immobilie möglichst wenig Fahrzeugaufkommen erzeugt. Nachhaltig bauen heißt also, alle diese Konzepte miteinander zu vereinen und – auch beim Thema ökologischer Fußabdruck – keine Insellösungen zu entwickeln.

5. Gibt es bald Digitalisierungs-Zeugnisse für die ganze Branche?
Digitalstrategien und Neujahrsvorsätze haben eines gemeinsam: Sie werden nicht immer ganz so eingehalten, wie man sie sich vornimmt. Daher ziehen aktuell viele Unternehmen Bilanz. Sie prüfen, welche digitale Anwendungen und Prozesse sich bewährt haben, wo das eigene Unternehmen bereits gut aufgestellt ist und wo es noch Verbesserungsbedarf gibt. Dies geschieht inzwischen auch in Form von Kriterienkatalogen, ähnlich wie bei der Vergabe von Nachhaltigkeitszertifikaten. Diese Selbstanalyse ist ein wichtiger Ausgangspunkt dafür, dass sich in der Branche perspektivisch einheitliche Standards bei der Datenerfassung und -verarbeitung etablieren können. Denn nur auf diese Weise hat die Branche die Möglichkeit, Ergebnisse miteinander zu vergleichen und Wissen miteinander zu teilen.

zuletzt editiert am 31. Mai 2021
Newsletter