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Wohninvestments: 2017 war ein absolutes Top-Jahr

Gewerbliche Investments in Wohnimmobilien waren 2017 weiter angesagt. Wir haben die wesentlichen Zahlen und Trends aus den Marktberichten von JLL, CBRE und BNP Paribas Real Estate herausgepickt.

Die Zahlen von JLL und CBRE bestätigen das erwartete Ergebnis: 2017 waren deutsche Wohnimmobilien bei gewerblichen Investoren äußerst gefragt. JLL summiert die Transaktionsumsätze auf 15,7 Milliarden Euro, CBRE auf kaum geringere 15,2 Milliarden Euro. BNP Paribas Real Estate komm auf 14 Milliarden Euro.

Neben den reinen Zahlen sind einige generelle Trends interessant:

  1. Was sich laut JLL bereits Ende des vergangenen Jahres andeutete, könnte sich im laufenden Jahr verstärken: die Expansion großer Wohnungsinvestoren in andere europäische Länder. So hatte etwa Vonovia bekannt gegeben, den österreichischen Wohnungskonzern Buwog übernehmen zu wollen. Mit einem Gesamtportfolio von etwa 50.000 Wohnungen in Deutschland und Österreich ist diese Übernahme etwa 5,2 Milliarden Euro schwer, mit einem deutschen Anteil von 2,9 Milliarden Euro. Nach der Conwert-Übernahme Anfang 2017 bereits die zweite Transaktion der Vonovia auf dem österreichischen Markt. Andere Konzerne wie Patrizia mit einigen ihrer Fonds investieren bereits seit einigen Jahren etwa in Skandinavien oder Spanien.
  2. Weil deutsche Wohnungsinvestoren zunehmend mit den Usancen und Preisniveaus im Ausland vertraut werden und umgekehrt ausländischer Kapitalgeber nach Deutschland kommen, könnte 2018 wiederholt ein Transaktionsvolumen um die 14 oder 15 Milliarden Euro erreicht werden. Das liegt laut JLL auch am anhaltenden Boom bei den Projektentwicklungen und Preissteigerungen bei Bestandsportfolios.
  3. Im Durchschnitt aller verkauften Wohnungen wurden knapp 120.000 Euro pro Wohneinheit oder stolze 1.860 Euro pro Quadratmeter erzielt. Damit haben die Kaufpreise nach Berechnungen von BNP Paribas Real Estate über alle Marktsegmente im Vergleich zum Vorjahr noch einmal spürbar zugelegt.
  4. Die Käuferseite wird nach wie vor von Spezialfonds dominiert, die sowohl hinsichtlich des Volumens als auch der Anzahl der Abschlüsse für fast ein Drittel des Ergebnisses sorgten. Mit Abstand am meisten investierten sie in Projektentwicklungen; in dieser Assetklasse liegt ihr Beitrag sogar bei 44 Prozent. Auf dem zweiten Rang landen erneut Immobilien AGs/REITs mit rund 22 Prozent. Während der Wohn-Investmentmarkt noch bis 2008 von ausländischen Investoren geprägt war, dominieren seitdem inländische Anleger die Käuferlandschaft. Mit rund 80 Prozent entfällt auch im Jahr 2017 ein sehr hoher Anteil auf deutsche Investoren.
  5. Die Nutzungsformen Studentenwohnheim, Mikroapartments und betreutes Wohnen sind laut CBRE nicht nur als Portfoliobeimischung immer beliebter. Aufgrund der guten Wachstumsaussichten allokierten insbesondere institutionelle Akteure in Form von Immobilienspezialfonds ihr Kapital in kleinteiliges Wohnen. Mit über 7.600 veräußerten Wohneinheiten lag das Transaktionsvolumen erstmals über einer Milliarde Euro.
  6. Neben den etablierten Topstandorten und Schwarmstädten erweist sich zunehmend Nordrhein-Westfalen als Anlagealternative. Auf der Suche nach höheren Renditen stehen laut CBRE Städte mit einem Wachstumstrend und positiver wirtschaftlicher Entwicklung als Investitionsfokus in der Gunst der Akteure. Neben der potenziellen Übernahme der Buwog durch die Vonovia befinden sich weitere großvolumige Portfolios in der Investmentpipeline, sodass sich das Transaktionsvolumen im kommenden Jahr auf einem mit 2017 vergleichbar hohem Niveau einpendeln könnte.

04.01.2018