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Wohneigentümer sanieren weniger

Berlin - Im Wohnungsbestand können sich Energiewende und E-Mobilität offenbar nicht durchsetzen. Mieterstromprojekte, etwa mit Fotovoltaikanlagen, setzten im vergangenen Jahr nur 4,7 Prozent der im Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) organisierten Unternehmen um...

Berlin (energate) - Im Wohnungsbestand können sich Energiewende und E-Mobilität offenbar nicht durchsetzen. Mieterstromprojekte, etwa mit Fotovoltaikanlagen, setzten im vergangenen Jahr nur 4,7 Prozent der im Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) organisierten Unternehmen um. Das habe eine Umfrage im Rahmen des "6. DDIV-Branchenbarometers" unter insgesamt 476 Verwaltungsunternehmen ergeben. Gerade einmal 6,4 Prozent gaben demnach an, entsprechende Maßnahmen in "absehbarer Zeit" in den von ihnen betreuten Objekten umsetzen zu wollen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der E-Mobilität. Zwar hätten 36,6 Prozent der Unternehmen Interesse am Einbau von Ladestationen bekundet. Doch bloß 8,1 Prozent setzten in den Vorjahren den Einbau auch um, so der DDIV. Gesunken ist darüber hinaus die Sanierungsquote. 2017 hätten nur etwas mehr als 35 Prozent energetische Sanierungen administriert. Das sei ein Rückgang um neun Prozentpunkte gegenüber der vierten Auflage des Barometers. Eine Schräglage bei dem Thema: Vergleichsweise große Verwaltungen (> 3.000 Einheiten) wiesen mit 59,2 Prozent eine höhere Quote auf. Bei Kleinstverwaltungen lag diese bei 19,4 Prozent.

"Brauchen neue Fördermöglichkeiten"

Diese niedrigen oder gar sinkenden Zahlen führt der DDIV unter anderem auf zu hohe Kosten oder aber ausbleibende finanzielle Vorteile zurück. Weitere Gründe seien ein voll ausgelasteter Neubausektor, zu wenig Fachpersonal und fehlende fachliche Kenntnisse in den Verwaltungen. Für die Installation von Ladesäulen etwa sei in vielen Bestandsgebäuden der kostenintensive Austausch des kompletten Stromnetzes erforderlich, sagt DDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler. "Diese finanzielle Hürde muss gesenkt werden, ansonsten wird die Mobilitätswende stocken." Auch sollte der Gesetzgeber neue Fördermöglichkeiten für die energetische Sanierung anbieten und diese mehr als bislang auf Wohneigentumsgemeinschaften ausrichten, so Kaßler weiter. Viele von diesen seien zudem nicht von den Einspareffekten einer solchen Sanierung überzeugt. Der DDIV-Chef fordert daher eine bundesweite Informationskampagne der Bundesregierung.

Der DDIV vertritt nach eigenen Angaben insgesamt rund 2.600 Unternehmen, die in Summe rund 5,9 Mio. Wohnungen mit einem Wert von 590 Mrd. Euro verwalten. /dz

In Kooperation mit www.energate-immo.de .

13.07.2018