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Vonovia: Wechsel in Vorstand und Aufsichtsrat

Die Vonovia will in diesem Jahr 1,4 Milliarden Euro in Neubau und Sanierungen stecken. Ex-Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen soll Vorsitzender des Aufsichtsrats werden. Nachfolger von Dr. Stefan Kirsten als CFO wird Ex-Bankerin Helene von Roeder.

Die Vonovia SE will ihren Aktionären für das Geschäftsjahr 2017 eine Dividende in Höhe von 1,32 Euro je Aktie auszahlen – gegenüber 2016 ein Plus von 18 Prozent. Der Wohnungskonzern erhöhte sein FFO 1 im Geschäftsjahr 2017 um 21 Prozent auf 920,8 Millionen Euro. Gründe für den Anstieg sind laut Vonovia eine gesteigerte Effizienz, positive Finanzierungseffekte, das integrierte Conwert-Portfolio und das Wachstum mit immobiliennahen Dienstleistungen.

Der Wert des Immobilienportfolios lag am 31. Dezember 2017 bei 33,4 Milliarden Euro. Die Anzahl an Wohnungen stieg auf 346.644 Einheiten. 2017 verkaufte Vonovia insgesamt knapp 12.000 Wohnungen, fast 25.000 kamen hinzu. Der Bestand in den strategisch nicht relevanten Regionen hat sich deutlich reduziert. Zudem konnte das Unternehmen seinen Verschuldungsgrad LTV (Loan To Value) auf 39,8 Prozent senken. Die Leerstandsquote lag im Stichtagsvergleich mit 2,5 Prozent auf einem konstant niedrigen Niveau. Durch eine marktbedingte Anhebung der Mieten sowie die Effekte aus Wohnwertverbesserungen und Neubau erhöhte sich die monatliche Miete pro Quadratmeter auf 6,27 Euro.

Milliardeninvestitionen und Kooperation mit Max Bögl
Vonovia plant, jährlich zirka 2.000 Wohnungen zu bauen, 2017 wurde der Neubau von über 1.000 Wohnungen auf den Weg gebracht, von denen ein Teil bereits fertiggestellt werden konnte. Dabei setzt Vonovia auf gezielte Nachverdichtung und Dachaufstockung mit vorgefertigten Modulen und verfolgt drei Ansätze: Betonfertigbau, Holzhybrid und Stahlskelett.

Im Herbst 2017 hat das Unternehmen im Segment Betonfertigbau einen Rahmenvertrag mit der Max Bögl Modulbau AG geschlossen. In Bayreuth wurde im Februar 2018 nach nur vier Monaten Bauzeit das erste Wohngebäude in Kooperation mit Max Bögl fertiggestellt. Der modulare Bau des Hauses mit 20 neuen Wohnungen hatte im Oktober 2017 begonnen, bereits im November wurde Richtfest gefeiert. Das Investitionsvolumen für dieses Projekt belief sich auf rund 2,5 Millionen Euro. Nach Bochum, Dortmund, Wiesbaden und Bayreuth stehen 2018 Neubauten in München, Bremen, Hamburg, Berlin, Dresden und Frankfurt auf dem Programm.

Anfang Februar 2018 hat Vonovia den Aktionären der österreichischen Buwog AG ein Kaufangebot für ihre Aktien gemacht. Die erste Annahmefrist läuft bis zum 12. März 2018. Somit würde der Österreich-Bestand zukünftig auf rund 24.000 Wohnungen anwachsen, dazu zählen vor allem Wien und die Regionalzentren Graz, Klagenfurt, Salzburg und Villach. Weitere 27.000 Wohnungen besitzt die Buwog in Deutschland, unter anderem in Berlin und Hamburg.

Veränderungen im Aufsichtsrat und Vorstand
Vonovia blickt sehr zuversichtlich auf 2018. Für das FFO 1 prognostiziert das Unternehmen eine Steigerung auf 960 bis 980 Millionen Euro. Für das Geschäftsjahr 2018 soll inklusive Instandhaltungsaufwand in Höhe von 360 Millionen Euro ein Volumen von insgesamt bis zu 1,4 Milliarden Euro in den Neubau und die Bestandsverbesserung fließen.

Wie bereits gestern veröffentlicht, hat sich der Aufsichtsrat der Vonovia SE entschieden, der nächsten regulären Hauptversammlung am 9. Mai 2018 Jürgen Fitschen – ehemaliger Vorstandschef der Deutschen Bank – als neues Mitglied des Aufsichtsrats vorzuschlagen. Er soll den Vorsitz des Aufsichtsrats übernehmen. Darüber hinaus hat sich Dr. Stefan Kirsten, CFO von Vonovia entschieden, mit Ablauf der Hauptversammlung am 9. Mai 2018 aus dem Vorstand von Vonovia auszuscheiden. Er übergibt die Verantwortung für das Vorstandsressort an Helene von Roeder.

06.03.2018