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Verbände: Großstädte schöpfen Mieterstrompotenziale nicht aus

Berlin - Deutschlands Ballungszentren schöpfen ihre Potenziale für solaren Mieterstrom kaum aus. Allein die 20 größten Städte der Republik haben geeignete Dachflächen für 1.100 MW zusätzliche Kapazität auf großen Wohngebäuden...

Berlin (energate) - Deutschlands Ballungszentren schöpfen ihre Potenziale für solaren Mieterstrom kaum aus. Allein die 20 größten Städte der Republik haben geeignete Dachflächen für 1.100 MW zusätzliche Kapazität auf großen Mietwohngebäuden, ergab eine gemeinschaftliche Studie, die der Bundesverband Deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), der Deutsche Mieterbund (DMB), der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) und der Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands e.V. (eaD) vorgelegt haben. Die Untersuchung wertet Daten des Statistischen Bundesamts und der Meinungsforscher von Prognos aus. Demnach könnten dort 33.000 weitere Solaranlagen installiert werden, was rechnerisch die Teilversorgung von rund 1,4 Mio. Mietern sicherstellen würde.

Aktuell liegt die installierte Leistung pro Einwohner in den 20 untersuchten Metropolen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 0,51 kW. In Städten wie Berlin, Hamburg, München und Köln liegt die Quote hingegen zwischen 0,03 und 0,05 kW pro Einwohner. Die Verbände wollen diese Quote gemeinsam steigern. "Wir beobachten am Markt eine stark wachsende Zahl an Akteuren, die aus den Startlöchern kommen und Mieterstromprojekte umsetzen wollen", sagte Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW. "Stark gesunkene Fotovoltaik-Preise und das neue Mieterstromgesetz der Bundesregierung machen dies möglich", fuhr er fort.

Verbände fordern teilweise EEG-Umlagebefreiung für Mieterstrom

Dennoch sehen die Verbände regulatorischen Nachbesserungsbedarf, um den Mieterstrom stärker zu fördern. "Wohnungsunternehmen, die Strom aus erneuerbaren Energien wie Fotovoltaik oder aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) lokal erzeugen wollen, werden gravierend steuerlich benachteiligt", fügte GDW-Präsident Axel Gedaschko an. "Sobald sie den erzeugten Strom ins allgemeine Netz einspeisen oder den Mietern zur Verfügung stellen, wird die eigentlich gewerbesteuerbefreite Vermietungstätigkeit gewerbesteuerpflichtig. Das Gewerbesteuergesetz muss hier dringend angepasst werden", sagte er. Zudem fordern die Verbände, nicht ins Netz eingespeisten Mieterstrom von der EEG-Umlage zu befreien. Damit würden Mieter und Eigenheimbesitzer an dieser Stelle gleichgestellt, so die Argumentation. Das sei eine Aufgabe für die kommende Bundesregierung. /pa

In Kooperation mit www.energate-immo.de .

12.10.2017

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