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UBM - Wandel aktiv gestalten

Vor Corona war die Hotel-Entwicklung mit einem Anteil von rund 43 Prozent bei UBM der größte Posten in der Pipeline. Ein Jahr später macht das Unternehmen über 80 Prozent seines Geschäfts mit Wohnungen und Büros.

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UBM errichtet im Europaviertel den F.A.Z. Tower und nebenan mit Timber Pioneer das erste Holz-Hybrid-Gebäude Frankfurts. (Bild: UBM Development)

„Nur ein schlechter Plan erlaubt keine Änderung“, wusste vor über 2 000 Jahren der römische Schriftsteller Publilius Syrus. Demnach lag der Gründung der UBM vor bald 150 Jahren ein guter Plan zugrunde. Denn bis heute ist der internationale Immobilienprojektentwickler auch nach mehreren Transformationen äußerst stabil, gleichzeitig wandelbar und dabei für Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter immer vertrauenswürdig.

Die Corona-Pandemie ist ein Ereignis, das plötzlich kam und das Leben quasi „über Nacht“ massiv und dauerhaft verändert. Auch die Immobilienwirtschaft bekommt das zu spüren. Der seit vergangenem Jahr rasant wachsende Online-Handel führt zu steigender Nachfrage bei Logistikflächen. Dagegen leiden Gastronomie, Veranstalter und der Einzelhandel unter dem fortwährenden Lockdown, mit Ausnahme von Nahversorgern.

Mit die gravierendsten Umsatzeinbrüche beklagen der Tourismus und die mit ihm verbundenen Branchen. Für die UBM bedeutete dies im vergangenen Jahr, schnell, entschieden und durchdacht zu handeln. War sie doch bis dahin stolz darauf, einer der größten Hotelentwickler in Europa gewesen zu sein. Die Assetklasse Hotel bildete gemeinsam mit Wohnen und Büro ihren Markenkern.

Standfest in stürmischen Zeiten

Schon unmittelbar nach ihrer Gründung als Union-Baumaterialien-Gesellschaft im März 1873 in Wien beweist die UBM Standfestigkeit. Ihre Aktien werden ab April 1873 an der Wiener Börse gehandelt, die kurz darauf, im Juni 1873, wegen extremer Kursstürze geschlossen werden muss. Durch diesen „Gründerkrach“ verschwinden in Österreich-Ungarn ein Großteil der Banken und etwa die Hälfte der in den Jahren zuvor gegründeten Aktiengesellschaften. Doch die UBM bleibt.

Ihre Widerstandsfähigkeit beweist die UBM auch in der gegenwärtigen Krise. Denn trotz Corona schaffte der Konzern mit einem Vorsteuerergebnis von € 16,1 Mio. in diesem Jahr das zweitbeste Q1 der fast 150-jährigen Unternehmensgeschichte. Nur 2020 war dank Einmaleffekten noch besser. „Noch vor einem Jahr steckten wir wegen Corona in dichtem Nebel und mussten unsere Fahrt maximal drosseln“, rekapituliert UBM-CEO Thomas G. Winkler, „ein Jahr später können wir mit Stolz behaupten, dass uns ein erfolgreicher Kurswechsel gelungen ist.“

Wandel strategisch annehmen

Vor Corona war die Hotel-Entwicklung mit einem Anteil von rund 43% bei UBM der größte Posten in der Pipeline. Mit Ausbruch der Pandemie in Europa ist absehbar, dass sie eine langanhaltende wirtschaftliche Unsicherheit für das gesamte Reisegewerbe mit sich bringt. Bei UBM ist man aktiv. Ein erster Schritt war das Herunterfahren der Assetklasse Hotel. Das gelingt erfolgreich: Nur ein Jahr später macht UBM über 80 Prozent ihres Geschäfts mit Wohnungen und Büros, bei stabilem Volumen der Pipeline.

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UBM-Projekt „nico“: Startschuss für die Neudefinition der Arbeitswelt Büro. (Bild: UBM Development)

Doch wichtiger ist die zweite Neuausrichtung. Die UBM hat sich mit dem Slogan „green. smart. and more.“ strategisch ein Stück weit neu erfunden. Damit verbunden sind die Ziele, größter Holzbau-Developer Europas zu werden und einen technischen UBM-Standard für die Zukunft des neuen Büros zu entwickeln. Den Mehrwert smarter Bürokonzepte bringt Andreas Thamm, Vorsitzender der Geschäftsführung UBM Development Deutschland, auf den Punkt: „Wer mehr Informationen hat, kann aus diesen mehr machen als andere. Hier liegt ein großes Potenzial für die Zukunft.“

Darüber hinaus geht es der UBM darum, für jedes ihrer Projekte eine Story sowie einen unverwechselbaren Look und ein spezielles Gefühl zu liefern. Dabei kommt der UBM auch ihr Know-how als Hotel-Developer zugute.

Nachhaltigkeit im Fokus

Die UBM ist schon länger „grün“. Doch nun ist die Zeit reif, das noch konsequenter umzusetzen. Die Taxonomie-Richtlinie und der Green Deal der Europäischen Union zwingen beinahe zu einer radikalen Ausrichtung auf Nachhaltigkeit.

Für UBM liegen die Gründe, Umwelt („E“ für Environment), Soziales („S“ für Social) und gute Unternehmensführung („G“ für Governance) in den Mittelpunkt zu rücken auf der Hand. Sie sind integraler Teil ihrer Strategie green. smart. and more. Dabei hat die Pandemie wie ein Verstärker und Beschleuniger gewirkt. Nachhaltigkeit (green), Intelligenz von Gebäuden (smart) und ein Mehr-Wert (more) waren der UBM bereits in der Vergangenheit wichtig. Jetzt befinden sie sich aber im Zentrum ihres Handelns. Das beginnt bei der Akquisition, mündet bei der Umsetzung in der Frage, ob das Projekt in Holzbauweise möglich ist, und endet beim CO2-Fußabdruck des Gebäudes über seinen Lebenszyklus. Mit anderen Worten: ESG bestimmt die gesamte Wertschöpfungskette der UBM.

Wandel, der Vertrauen schafft

Der glasklare Fokus auf eine Konzernstrategie mit Nachhaltigkeitsbezug wird auch von Analysten und Ratingagenturen gewürdigt. Nachdem sich die UBM Anfang des Jahres einem ESG-Rating unterzogen hat, wurde sie nur wenige Wochen später schon zum Klassenprimus gekürt. In ihrem Mai-Update erhöht die auf Nachhaltigkeit spezialisierte Ratingagentur ISS ESG das ESG-Rating der UBM Development AG auf das Level „C+“, das den „Prime Status“ bedeutet. Damit ist UBM Development innerhalb der Branche (Immobilien und Bau) das nachhaltigste Unternehmen in Deutschland und Österreich. Nur die alstra office REIT-AG hat ebenfalls ein C+ Rating vorzuweisen, alle anderen Marktteilnehmer liegen darunter.

Ein weiterer durchschlagender Erfolg wurde die Emission des ersten „Sustainability-linked“-Bonds der UBM. Zuerst musste aufgrund der enormen Nachfrage das Volumen kurzfristig von € 125 Mio. auf € 150 Mio. aufgestockt werden. Dann mussten die Bücher aber trotzdem nach nur zwei Stunden vorzeitig geschlossen werden. „Wir werten die überwältigende Nachfrage nach unserer ersten Anleihe mit Nachhaltigkeitsbezug als klare Bestätigung unserer strategischen Neuausrichtung durch den Fremdkapitalmarkt“, freut sich Patric Thate, CFO der UBM Development AG, „es ist daher nur konsequent, dass wir auch unsere Finanzierungen auf green. smart. and more. umstellen.“

Was bleibt

Die UBM Development hält auch weiterhin an ihrer strategischen Ausrichtung fest und konzentriert sich auf das ureigene Kerngeschäft, die Immobilienentwicklung. Neben einem klaren Fokus auf Top-Metropolen und drei Assetklassen behält UBM auch das Risiko- und Ertragsprofil des Projektportfolios immer klar im Blick, um nachhaltige und kontinuierliche Erträge zu erzielen.

22.07.2021