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Top Frauen in der Immobilienwirtschaft

Immer mehr Frauen besetzen Spitzenpositionen und machen mit exzellenten Leistungen auf sich aufmerksam. Zum zweiten Mal stellen wir gemeinsam mit der Personalberatung Stoneset Partners einige von ihnen in unserem Ranking „Top-25-Frauen in der Immobilienwirtschaft“ vor.

Weibliche Führungskräfte holen auf – auch in der bisher sehr männlich geprägten Immobilienbranche (Foto: axel2001/istockphoto)
Weibliche Führungskräfte holen auf – auch in der bisher sehr männlich geprägten Immobilienbranche (Foto: axel2001/istockphoto)

Ein hoffnungsfroher Satz zum Auftakt: „Der Anteil der weiblichen Vorstände ist auf den höchsten Wert seit 2013 gestiegen.“ Herausgefunden hat das EY in seinem „Mixed Leadership-Barometer“. Dort untersuchen die Berater unter anderem, wie viele Vorstandsposten in den Unternehmen von Dax, MDax und SDax mit Frauen besetzt sind.

Weniger fröhlich stimmt allerdings die konkrete Zahl dahinter: 8,6 Prozent. Anders ausgedrückt sind weniger als neun von 100 Vorständen weiblich. Da tröstet auch wenig, dass unsere Redakteurin Roswitha Loibl für einen Beitrag in unserer Mai-Ausgabe herausgefunden hat, dass bei Immobilien-Aktiengesellschaften immerhin jeden zehnten Vorstandsposten eine Frau bekleidet. Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland schon traditionell miserabel ab. Sonja Wärntges von DIC Asset bleibt vorerst die einzige Vorstandsvorsitzende einer Immobilien-AG.

Mehr Michaels als Frauen in den Chefetagen
Durchforstet man übrigens das Handelsregister, wie es der Programmierer Johannes Filter getan hat, dann findet man heraus, dass es in deutschen Chefetagen mehr Männer mit Namen Michael und Peter gibt, als es insgesamt Frauen an die Spitze der Unternehmen schaffen.

Für die Immobilienwirtschaft fordern der ZIA Zentraler Immobilienausschuss und das ICG Institut für Corporate Governance in der deutschen Immobilienwirtschaft ein Umdenken. Ein Problem sehen sie darin, dass viele Frauen keinem Ausschuss angehören, in dem die Beschlüsse der Aufsichtsräte vorbereitet werden. So werden sie von den ökonomischen – für die Zukunft der Unternehmen relevanten – Entscheidungen und der Unternehmensführung ferngehalten.

Die Aareal Bank ist eines der wenigen positiven Beispiele: Sie hat eine Aufsichtsratsvorsitzende, und auch der Aufsichtsrat und der Vorstand insgesamt sind überdurchschnittlich mit Frauen besetzt. „Es braucht die Überzeugung und den Willen in den Unternehmen selbst, die Anzahl von Frauen in Aufsichts- und Beiräten wie Geschäftsführungs- und Vorstandsgremien in der deutschen Immobilienwirtschaft deutlich zu erhöhen“, macht Manuela Better, Vorständin des ICG und der Dekabank, deutlich.

Wer genau hinschaut, bemerkt Anzeichen der Besserung in der Immobilienwirtschaft. Auf der zweiten Führungsebene rücken immer mehr weibliche Leader nach, und im mittleren Management ist der Anteil von Frauen noch höher. Frauen engagieren sich auch viel stärker als früher in Verbänden wie dem ZIA, der GiF oder dem Urban Land Institute sowie auf eigenen Netzwerkveranstaltungen wie dem jährlich stattfindenden Real Estate Women Summit oder im exklusiven Kreis der Lenkerinnen, im Rocket Circle sowie bei den Frauen in der Immobilienwirtschaft.

Frauen in der Immobilienwirtschaft – Die Top 25

In fünf Kategorien zeichnen immobilienmanager und Stoneset Partners jeweils fünf weibliche Führungskräfte der Immobilienwirtschaft aus. Auf Platz 1 haben es dieses Jahr geschafft:

  • "Influencerin": Stephanie Baden (Executive Director ULI Germany)
  • "Managerin": Sonja Wärntges (Vorsitzende des Vorstands der DIC Asset AG)
  • "Innovatorin": Dr. Claudia Nagel (Geschäftsführerin und Co-Founderin von High Rise Ventures)
  • "Beraterin": Claudia Hard (Partnerin und Leiterin Finanzierung & Banking in Deutschland bei Greenberg Traurig LLP)
  • "Watchlist": Lena Brühne (Partnerin und Mitglied der Geschäftsführung bei Art-Invest Real Estate)

Die komplette Top 25 finden Sie in der Oktober-Ausgabe von immobilienmanager, die Sie sich hier bestellen können.

Skeptikern seien übrigens zwei Untersuchungen empfohlen: Laut einer Studie des Finanzbranchendienstes Citywire performen gemischte Management-Teams besser. Und das Institut für Weltwirtschaft hat herausgefunden, dass die Qualität von Entscheidungen in gemischt geführten Teams am höchsten ist.

Wir sind davon überzeugt. Deshalb verschafft unser Projekt „Top-25-Frauen in der Immobilienwirtschaft“ den Immobilienexpertinnen, die viel leisten und die Branche insgesamt voranbringen, etwas sehr Wichtiges: Visibilität in einem Umfeld, in dem vor allem Männer das Außenbild prägen. Die vielen begeisterten Gespräche, Postings und Rückmeldungen zu unseren „Powerfrauen“ nach der Premiere im Vorjahr sind hierfür der beste Beweis. Und was gut ist, das sollte man beibehalten. Deshalb gliedern wir die Top 25 wieder in fünf Kategorien – Managerinnen, Influencerinnen,
Innovatorinnen, Beraterinnen und dazu eine Watchlist für hoch talentierte junge Frauen. In jeder Kategorie sind insgesamt fünf Persönlichkeiten genannt.

Unsere selbstverständlich divers zusammengesetzte Jury hat dieses Ranking sehr sorgfältig erstellt. Natürlich wird eine solche Liste immer subjektiv und unvollständig sein. Aber auch die sicherlich nun einsetzende kritische Diskussion unserer Auswahl bringt das Thema voran. Vielleicht sind die Michaels und Peters in den Vorständen dann ja irgendwann in der Unterzahl.

Autoren: Sandra Günther ist Geschäftsführerin von Stoneset Partners. Markus Gerharz ist Leiter Programm Geschäftsfeld Immobilienwirtschaft des Immobilien Manager Verlags.

02.10.2019

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