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Streit um den Berliner Mietspiegel: Kritik an Deutsche Wohnen

Die Deutsche Wohnen zweifelt den neuen Berliner Mietspiegel an. Kritik hagelt es dafür vom eigenen Wohnungsverband BBU.

Die Deutsche Wohnen kaufte ein Paket mit mehr als 4.000 Objekten für 655 Millionen Euro - der bislang größte Wohnungs-Deal des Jahres 2017 (Foto: Deutsche Wohnen)
Die Deutsche Wohnen hält den Berliner Mietspiegel für zu niedrig angesetzt (Foto: Deutsche Wohnen)

Wenige Tage ist es her, da hat der Berliner Senat den neuen Mietspiegel für die Hauptstadt vorgestellt. Demnach stieg die Nettokaltmiete im Schnitt um 2,5 Prozent innerhalb der vergangenen beiden Jahre. Der Anstieg hätte sich damit verlangsamt. Doch um die Zahlen gibt es einen öffentichen Streit.

Der Wohnungskonzern Deutsche Wohnen SE hält die Zahlen für nicht marktgerecht. „Das bildet eindeutig nicht die realen Marktentwicklungen ab“, sagte Finanzchef Philip Grosse bei der Vorlage der Quartalszahlen seines Unternehmens. Eine Aussage, die zu scharfer Kritik von Seiten des BBU geführt hat: „Wir haben die Aussagen der Deutsche Wohnen SE zum neuen Berliner Mietspiegel mit Verwunderung zur Kenntnis genommen und können diese nicht nachvollziehen. Der BBU hat sich aufgrund der verbandsintern durchgeführten Abstimmungen ganz eindeutig für die Anerkennung des Berliner Mietspiegels 2019 als qualifiziert ausgesprochen", erklärt Maren Kern, Vorstand im Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen.

Und sie wurde deutliche: „Der BBU und seine Mitgliedsunternehmen stehen zu ihrer Verantwortung für den Erhalt des sozialen Zusammenhalts und den Schutz von bezahlbarem Wohnen als zentralem Element der Daseinsvorsorge. Wir erwarten von der Deutsche Wohnen als Berlins größtem Vermieter ein entsprechendes Bekenntnis.“ Die Deutsche Wohnen ist selbst Mitglied im BBU.

Deutsche Wohnen will Anerkennung des Mietspiegels prüfen
Die Deutsche Wohnen konnte ihren operativen Gewinn in den ersten drei Monaten 2019 im Jahresvergleich um 16,5 Prozent auf 144 Millionen Euro steigern – nicht zuletzt aufgrund höherer Mieten. Der Konzern vermietet in der Hauptstadt rund 112.000 Wohnungen, deren Miete im Schnitt bei 6,75 Euro pro Quadratmeter liegt.

Laut einem Bericht der Berliner Morgenpost hat die Deutsche Wohnen den Mietspiegel noch nicht als "wissenschaftlich qualifiziert" anerkannt. Sie wolle die Einordnung des Forschungsinstitutes F+B abwarten, das die Datenerhebung zum Berliner Mietspiegel vorgenommen hat. Diese Prüfung sei erst in einigen Wochen abgeschlossen, zitiert das Blatt.

16.05.2019