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Warum deutsche CEOs digital omnipräsent werden müssen

Als CEO in sozialen Medien unterwegs? Jeff Bezos, Elon Musk und Co. machen es vor! Warum auch deutsche Unternehmer aktiv werden sollten und welche Strategie es dabei zu beachten gibt, erklärt Andreas Baulig in seinem Gastbeitrag.

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Präsenz in sozialen Medien wird auch für deutsche CEOs immer wichtiger, es kommt aber auf die richtige Strategie an. (Bild: Sharma/Unsplash)

Neukunden, Anhänger und Mitarbeiter – alles drei scheint für deutsche Firmen gerade Mangelware zu sein. Während Unternehmer wie Elon Musk in Windeseile tausende Mitarbeiter für eine ganze Fabrik anstellen (und dabei auch noch wählerisch sein) können, grassiert für hiesige Unternehmen das große Desinteresse.

Der Unterschied: Musk und andere erfolgreiche Unternehmer sind überall, in sämtlichen Netzwerken. Sie posten Lustiges und Ernstes, teilen ihre Visionen und wirken damit automatisch anziehend auf Menschen. Es leuchtet vielleicht ein, dass mit einer solchen Omnipräsenz viele Probleme im Unternehmen gelöst werden – aber es entstehen eben auch direkt neue Fragen. Die Dringendste: „Wo soll ich überhaupt aktiv werden?“.

Auch immobilienmanager ist in sozialen Medien unterwegs. Sie finden uns auf LinkedIn, Xing, Twitter, Facebook, Youtube und Instagram

Die Antwort ist simpel: überall. Jede Plattform, die eine gewisse Größe aufweist, hat ihre eigenen Spielregeln und ihre Daseinsberechtigung. LinkedIn eignet sich, um große Visionen zu verkünden und fachlich hohe Diskussionen zu führen. Twitter passt für spontane News, lustige und hin und wieder hitzige Debatten. Auf Instagram kann der Chef zeigen, wie er sein Privatleben gestaltet.

Spätestens an dieser Stelle mag der eine oder andere aufspringen und rufen, dass Privatleben habe damit ja nichts zu tun. Und prinzipiell stimmt das auch – nur können wir erstens selbst bestimmen, was wir zeigen. Zweitens: Menschen kaufen von (und arbeiten für) Menschen. Zeigen Sie sich also – je früher, desto besser.

Die richtige Strategie

Wer jetzt einfach blindlinks loslegt, riskiert allerdings, sich zunächst lächerlich zu machen – eine Strategie muss also her – und dabei sind die folgenden Punkte elementar wichtig.

  1. Social Media ist nicht (nur) für Kinder – ein Branding muss her: Ich sehe immer wieder Unternehmer, die sich in den sozialen Medien verhalten, als müsse man hier besonders jung, hipp oder albern sein. Dem ist natürlich nicht so. Was es also braucht, ist eine Strategie. Elon Musk präsentiert sich fast genau wie die Filmfigur Tony Stark aus Ironman – ein zuweilen unterhaltsamer Visionär mit dem Hang zu kleinen Eskapaden. Das passt natürlich nicht zu jedem. Ein deutscher CEO sollte sich überlegen, welche Werte er vertreten und welche Bilder er nach außen erzeugen will. Hochstatus oder Sympathie? Familienbetrieb oder Karrierefokus? Das muss geplant sein.
  2. Vernetzen und vernetzt agieren: Jeder deutsche CEO kennt auch andere CEOs – und sollte sich mit ihnen vernetzen, um gemeinsam von der Reichweite zu profitieren. Der Garant für schnelles Wachstum ist hohe Sichtbarkeit, und die bekommt man huckepack bei anderen Größen in den sozialen Netzwerken deutlich schneller.
  3. Konstanz gewinnt: Das Branding steht, die Freunde sind alle zusammengetrommelt – und jetzt wird das große Feuerwerk abgebrannt. Das bekommen die meisten hin. Aber der echte Spaß beginnt anschließend. Jetzt müssen immer wieder neue Inhalte kommen, Themen gefunden und Postings verfasst werden. Elon Musk ist seit über einem Jahrzehnt auf den sozialen Medien aktiv – es ist ein Marathon, der nie endet, aber sich immer weiter lohnt. CEOs sollte mit der Zeit ein bisschen Spaß entwickeln und locker kommunizieren. Nur so hält man jahrelang durch und hat Freude daran.

Der Autor: Andreas Baulig (31) ist Business-Stratege und Marketingexperte. Mit seinem Team bei Baulig Consulting unterstützt er bereits über 3.500 Kunden dabei, seine Strategien umzusetzen.

29.01.2021