zurück

So viel Gehalt verdienen Immobilienprofis

Eine groß angelegte Gehaltsstudie zeigt neben nackten Zahlen auch, wie Firmen Fach- und Führungskräfte für die digitale Transformation gewinnen können.

Gehälter-Immobilienwirtschaft-Kienbaum

Der Wettbewerb um qualifizierte Fach- und Führungskräfte verschärft sich in der Real-Estate-Branche zusehends: Führungskräfte mit einem digitalen Mindset und entsprechenden Kompetenzen sind besonders gefragt. Denn diese sind zusammen mit Digital-Experten auf Spezialisten-Ebene erfolgskritisch für das Gelingen der digitalen Transformation in den Unternehmen. Um diese Mitarbeitergruppen erfolgreich zu rekrutieren und an sich zu binden, benötigen die Firmen ein attraktives und transparentes Vergütungssystem. Hierzu legen die Personal- und Managementberatung Kienbaum und der Zentrale Immobilien-Ausschuss (ZIA) erstmals eine umfassende Gehaltsstudie der Branche vor und schaffen damit eine valide Grundlage, auf deren Basis die Unternehmen einschätzen können, welche Gehälter für welche Positionen marktüblich sind und was die Trends in der Vergütung im Real-Estate-Sektor sind.

Auch die zweite Garde knackt Gehälter jenseits 200.000 Euro
Im Immobiliensektor können Führungskräfte auch unterhalb der Vorstands- und Geschäftsführungsebene mit guten Gehältern rechnen: Die Topverdiener in der zweiten Reihe sind die Leiter Vermietungsmanagement mit einem Jahresgehalt von 215.400 Euro im Median. Darauf folgen die Leiter Portfoliomanagement mit 125.200 Euro. Die Leiter Asset Management kommen im Median auf eine Jahresvergütung von 116.700 Euro und liegen damit auf dem dritten Rang.

Nicht alle Chefs können mit Topgehalt rechnen
Führungskräfte, die nicht direkt am Kerngeschäft mitwirken, verdienen deutlich weniger: Zum Beispiel erhält ein Leiter Facility Management im Median 68.400 Euro im Jahr und ein Leiter Kundenbetreuung 56.800 Euro. Vertriebschefs hingegen können mit einem Jahresgehalt von 114.500 Euro rechnen. Auch ihren besonders gefragten Spezialisten zahlt die Immobilienwirtschaft attraktive Gehälter: Zum Beispiel verdienen Investmentmanager im Median jährlich 96.800 Euro, Center Manager 87.000 Euro und Bau-Projektmanager 80.400 Euro.

Gipfeltreffen imFOKUS Human Resources III

Was sind die Herausforderungen, Lösungen, Best Practices für das Personalmanagement der Unternehmen aus der Immobilienwirtschaft?
Diskutieren Sie mit:

Gipfeltreffen imFOKUS Human Resources III
9. November; 13 bis 21 Uhr
Harbour Club, Hafenstraße 4, Köln

Alle, die sich mit Human Resources befassen, auch alle Unternehmenslenker, die dies zu Recht als Chefsache definieren, laden wir herzlich dazu ein.
Mehr Informationen und Anmeldung gibt es hier

Vergütungssysteme sind nur teilweise transparent
Aber ein relativ hohes Gehalt allein nicht ausreichend, um sich attraktiv für gefragte Kandidaten aufzustellen und die Belegschaft zu motivieren. Ein wichtiger Faktor ist hierbei die Transparenz des Vergütungssystems. Hier scheinen die Real-Estate-Unternehmen noch nicht gut aufgestellt zu sein: 43 Prozent der von Kienbaum und ZIA befragten Firmen sind der Auffassung, dass ihr Vergütungssystem zumindest teilweise transparent ist. Allerdings halten 21 Prozent ihr Vergütungssystem für gar nicht transparent und sieben Prozent für wenig transparent; volle Transparenz reklamiert lediglich ein Fünftel der Unternehmen für sich.

Kurzfristige variable Vergütung wird zur wichtigsten Vergütungskomponente
In Zukunft wird die kurzfristige variable Vergütung zur bedeutsamsten Komponente für eine attraktive Vergütung für Führungskräfte und Fachkräfte. Fast genauso wichtig ist künftig aus Sicht der Unternehmen eine attraktive Grundvergütung. Hingegen spielt die mehrperiodige variable Vergütung nur bei der Führungskräfte-Vergütung in Zukunft eine bedeutende Rolle.

Die meisten Firmen halten Talent Management für entscheidenden Faktor
Dass die Immobilienbranche mit personellen Herausforderungen zu kämpfen hat, zeigt auch der Stellenwert, den die Personalarbeit einnimmt: Die Unternehmen wurden danach befragt, welche Entwicklungen einen Einfluss auf ihre Situation haben werden. Neun von zehn Immobilienfirmen halten Talent Management, also die Bindung und Akquise von hochqualifiziertem Personal, für einen entscheidenden Trend und einen Erfolgsfaktor im zukünftigen Wettbewerb.

In guten wirtschaftlichen Zeiten steht der Immobiliensektor mit anderen Branchen in einem harten Wettbewerb um die besten Köpfe – das haben die Unternehmen verstanden und setzen verstärkt auf professionelles Talent Management. Die Branche muss sich aber noch mehr als attraktiver Arbeitgeber mit herausfordernden Aufgaben und Projekten in Szene setzen.

Die Branche will hin zu flachen Hierarchien und digitaler Infrastruktur
Immobilienfirmen stehen vor Organisationsumbrüchen: Danach gefragt, welche Eigenschaften ihre Organisation besitzen sollte, um erfolgreich zu sein, halten die meisten Unternehmen flache Hierarchien sowie eine digitale Infrastruktur für am wichtigsten. Erfahrungsgemäß sind diese beiden Faktoren in vielen Organisationen noch unterrepräsentiert und sollten jetzt angegangen werden – nicht zuletzt im Sinne der Arbeitgeberattraktivität.

Weitere Trends, die kurz- bis mittelfristig einen Einfluss auf Immobilienunternehmen haben
  • Talent Management (93 Prozent)
  • Digitale Transformation (71 Prozent)
  • Big Data (71 Prozent)
  • Agiles Mangement (57 Prozent)
  • Betriebliches Gesundheitsmanagement (50 Prozent)
  • Diversity (36 Prozent)
  • Flüchtlinge (7 Prozent)
Quelle: Real-Estate-Gehaltsstudie 2017; Kienbaum/ZIA

Führungskräfte mit fundiertem Branchenwissen im Immobiliensektor und zeitgemäßen Leadership-Qualitäten sind ein begehrtes Gut und können selbstbewusst in Gehaltsverhandlungen gehen. Arbeitgeber hingegen sollten einen attraktiven Vergütungsmix bieten, mit dem sie die besten Führungskräfte und Spezialisten gewinnen und halten können. Denn gerade angesichts der immensen Herausforderungen, vor der sämtliche Unternehmen im Zuge der Digitalisierung stehen, ist der Faktor Mensch die wichtigste Ressource, die ausschlaggebend ist für Erfolg oder Misserfolg der digitalen Transformation und damit für die künftige geschäftliche Entwicklung jedes Unternehmens.

Autoren: Dr. Stephan Rabe und Markus Amon

12.09.2017