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Wie Software einem Projektentwickler hilft

Digitalisierung konkret – der Projektentwickler Kondor Wessels nutzt ein speziell auf Developer zugeschnittenes Software-Tool. Projektkalkulationen lassen sich damit in Echtzeit abbilden und überwachen.

Laurentius Hegeman ist Geschäftsführer der Kondor Wessels Holding (Bild: Kondor Wessels)
Laurentius Hegeman ist Geschäftsführer der Kondor Wessels Holding (Bild: Kondor Wessels)

Warum sind Daten in der Projektentwicklung so wichtig?
Laurentius Hegeman: Weil es nicht nur um die Erfassung von Baukosten und dergleichen geht, sondern auch, weil so viele Akteure beteiligt sind – die Politik, Architekten , Banken, Investoren, Baufirmen, Gebäudeausstatter und vor allem natürlich die Kunden und Projektentwickler. Alle diese Akteure kommunizieren miteinander und verursachen Änderungen mit vielfältigen Auswirkungen. Das erzeugt einen ungeheuren Datenfluss und entsprechend viele Fehlerquellen. Für den Developer beginnt dieses Spiel mit jedem neuen Vorhaben von vorn.

Welche Probleme hat das in der Vergangenheit erzeugt?
Laurentius Hegeman: Projektleiter haben früher mit selbst erstellten, hoch komplexen Excel-Tabellen gearbeitet, die außer ihnen niemand wirklich lesen konnte. In solchen Excel- Dokumenten kann man Änderungen nicht rückverfolgen, Fehler fallen manchmal gar nicht auf, einfache Formfehler haben den Gewinn mitunter deutlich geschmälert.

Wie haben Sie diese Probleme gelöst?
Laurentius Hegeman: Wir setzten ein speziell für das Controlling von Projektentwicklungen zugeschnittenes Softwaretool von Reasult ein, das im niederländischen Markt schon seit Längerem etabliert ist und nun für den deutschen Markt angepasst wurde. Dieses Tool bildet die Projektkalkulation über den kompletten Entwicklungszyklus hinweg vollständig ab und ermöglicht jederzeit einen Soll-Ist-Abgleich.

Welche Vorteile bietet diese Lösung?
Laurentius Hegeman: Das System arbeitet einerseits mit fest verankerten Kennzahlen, die für alle Projekte der jeweiligen Nutzungsart gelten, und andererseits mit individuell nur für das jeweilige Vorhaben gültigen Kennzahlen, beispielsweise über vorhandene Altlasten. Ändert sich ein Wert, werden die dadurch ausgelösten Folgen sofort sichtbar. Jede Änderung ist außerdem historisch nachvollziehbar. Das System ist damit deutlich weniger fehleranfällig, Projekte lassen sich sehr schnell und effizient rechnen.

Wie reagieren Ihre Mitarbeiter darauf?
Laurentius Hegeman: Einige Projektleiter taten sich anfangs schwer, weil das System bei der ersten Dateneingabe viel Disziplin abverlangt und einheitliche Vorgaben macht. Ist dieser erste Schritt gelungen, werden die Vorteile aber sofort offensichtlich. Das System erlaubt in Echtzeit Soll-Ist-Abgleiche und Szenario-Analysen. Die Folgen von Änderungen werden sofort deutlich, man kann deshalb deutlich früher eingreifen. Die Daten aus dem System können zudem konsolidiert werden. Controller müssen sich so nicht mehr mit komplexen Excel-Listen herumschlagen. Finanzfachkräfte sind seit Jahren an einheitliche Standards gewöhnt.

Interview: Christof Hardebusch.

Das Interview ist Teil der ersten Ausgabe von immobilienmanager im Jahr 2017.

03.02.2017