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Sachkundenachweis für Makler: IVD-Präsident hofft auf Verschärfung

Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf zur Berufszulassung für Makler in der vergangenen Woche verabschiedet. Wo die Regelungen IVD-Präsident Jürgen Michael Schick nicht weit genug gehen und wo er außerdem Reformbedarf sieht.

Jürgen Michael Schick:
Jürgen Michael Schick: "Das ist weltfremd" (Foto: IVD/Hoffografen)

In der vergangenen Wochen ist die Berufszulassung für Immobilienmakler und Verwalter ein gutes Stück vorangekommen. In ersten Reaktionen begrüßte die Branche den Gesetzentwurf, der nun in die parlamentarische Diskussion geht. Auch IVD-Präsident Michael Schick sieht darin einen „Quantensprung für Verbraucher und die ganze Branche“. Dennoch hofft er, dass die Regelung im weiteren Verfahren noch schärfer wird.

Herr Schick, was vermissen Sie im Gesetzesentwurf zur Berufszulassung ?
Michael Schick: Grundsätzlich begrüßen wir die Regelung natürlich. Allerdings hätten wir uns etwa beim Sachkundenachweis eine höhere Messlatte gewünscht. Für uns im IVD ist die kaufmännische Ausbildung zum Immobilienmakler die Grundlage. Leider bleibt der Gesetzentwurf mit den verlangten 120 Seminar-Stunden in diesem Punkt klar darunter.

Außerdem ist der Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung nur für WEG-Verwalter, nicht aber für Makler vorgesehen.
Michael Schick: Auch das halten wir für nicht ausreichend. Schließlich können auch Maklern Fehler passieren und die dürfen letztlich nicht zu Lasten der Auftraggeber gehen. Hinzu kommt, dass die Nachweispflicht nur für WEG-Verwalter gilt, nicht aber für Miethaus-Verwalter. Das ist aus unserer Sicht absolut weltfremd. Im Übrigen lässt sich das in der Praxis bei vielen Unternehmen oft schwer trennen. Schließlich verwalten etliche Unternehmen sowohl Wohneigentum als auch Mieteinheiten.

Wo sehen Sie als IVD weiteren Reformbedarf in der Maklerbranche?
Michael Schick: Uns ist das Thema Vertrauensschadenversicherung sehr wichtig. Das schützt Verbraucher vor dem Missbrauch von Treuhandgeldern, wie zum Beispiel Kautionen. Unsere Forderungen diesbezüglich waren bislang leider nicht durchzusetzen.

Die Expo Real steht vor der Tür. Welche Themen und Ziele haben Sie im Gepäck nach München?
Michael Schick: Ein großes Thema ist die Wohnimmobilien-Kreditrichtlinie. Hier will Deutschland mal wieder die EU-Vorgaben mehr als überfüllen – mit entsprechenden Folgen für die Immobilienkonjunktur. Verbraucher, die älter als 60 Jahre sind, würden dann zum Beispiel keine Kredite mehr bekommen. Außerdem wird das Thema Zinshaus-Markt wieder sehr präsent sein. Und nicht zuletzt sind die Chancen und Risiken der Digitalisierung natürlich ein großes Thema.

Das Interview führte Markus Gerharz.

05.09.2016