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Revitalisierung der Innenstädte

Anhörung im Bundestag: ZIA fordert flexible und schnelle Nachnutzung von Immobilien in Innenstadtlagen / GdW setzt auf mehr Wohnen im Zentrum.

Bei der Anhörung zum Thema Innenstädte im Ausschuss für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen hat der Zentrale Immobilien Ausschuss ZIA, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft, eine Flexibilisierung des deutschen Baurechts gefordert, um unkompliziert einen modernen Nutzungsmix zu ermöglichen.

Die Vorsitzende des ZIA-Ausschusses Handel, Iris Schöberl, sagte: „Wir stehen vor nicht weniger als einer Zeitwende für die europäische Stadtpolitik. Die Corona-Krise verstärkt und beschleunigt die Veränderungsprozesse in den Innenstädten. Zunehmender Leerstand und Geschäftsschließungen, aber auch Zuzug von Gewerbe und neue Mobilität werden die Zukunft prägen. Hier braucht es flexible Nutzungsmöglichkeiten was eine Zulassung und Erleichterung von Befreiung von geltenden Bebauungsplänen im Zuge des §31 BauGB nötig macht.“

Weiter führte sie aus: „Um auch Wohnen zu ermöglichen, muss die TA Lärm angepasst werden.“ Aus Sicht des ZIA ist es wichtig, in der TA Lärm festzuschreiben, dass der Schallpegel hinter und nicht vor dem Fenster gemessen wird und der Gewerbelärm nicht gegenüber dem Lärm der Infrastruktur benachteiligt wird.

Für eine Revitalisierung der Innenstädte müssen jeweils individuelle Lösungen und Modelle gefunden werden, die den jeweiligen Rahmenbedingungen entsprechen. „Um resiliente und anpassungsfähige Zentren zu entwickeln, braucht es zunächst eine umfassende und abgestimmte Strategie. So können sich Innenstadtlagen wieder zunehmend gegenüber dezentralen Angeboten auf der ‚grünen Wiese‘ behaupten. Hierbei helfen könnte eine Erhöhung der Fördermittel der Städtebauförderung auf 1,5 Milliarden Euro und die Stärkung des Zentrenprogramms.“

GdW für Förderung von Wohnen und Gewerbe

Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, plädierte dafür, Wohnen und Gewerbe gemeinsam voranzubringen. Geschäftsschließungen seien durch die pandemiebedingt notwendigen Einschränkungen und ein verändertes Kaufverhalten auch trotz staatlicher Hilfen nicht immer vermeidbar. Deshalb gelte es, zusätzlich zu einer nachfragegerechten Unterstützung stark getroffener Einzelhandelsbetriebe jetzt insbesondere, zukunftsfähige Konzepte für eine Belebung der Innenstädte zu entwickeln und dabei neben anderen Nutzungen auch das Wohnen voranzubringen.

"Deshalb steht eines fest: Nur Förderung mit der Gießkanne für den Gewerbebereich wäre die falsche Strategie, sie würde am Ende verpuffen. Stattdessen brauchen wir in den Kommunen flexiblere Regelungen, damit frei werdende Gewerbeflächen insbesondere in den oberen Geschossen zügig für andere Nutzungsarten – insbesondere für das Wohnen – umgewidmet werden können. Dafür ist es dringender denn je, dass das Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz endlich kommt", sagte er.

13.01.2021