zurück

Retail Europe

Die Mapic steht vor der Tür. Grund genug die Trends auf den europäischen Immobilienmärkten einmal unter die Lupe zu nehmen.

Was sind die Trends auf den europäischen Märkten für Einzelhandelsimmobilien? (Foto: Pixabay)
Was sind die Trends auf den europäischen Märkten für Einzelhandelsimmobilien? (Foto: Pixabay)

In einer aktuellen Analyse nehmen die Immobilienberater von BNP Paribas Real Estate die Trends auf den wichtigsten europäischen Märkten für Einzelhandelsimmobilien unter die Lupe und geben eine Einschätzung der künftigen Entwicklung des Retail-Immobilienmarkts.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse:

„Der Retail-Investmentmarkt ist für institutionelle Investoren nach wie vor interessant. Allerdings liegt ihr Fokus zunehmend auf Einzelhandelsobjekten, die sich an den neuen Shopping-Anforderungen der Konsumenten orientieren. Für sie sind Fachmarktzentren, Outlet-Center und das Highstreet-Luxussegment am zukunftsträchtigsten”, weiß Patrick Delcol, Head of Pan-European Retail von BNP Paribas Real Estate. Erfolgreiche Investoren wissen, dass man genauer hinsehen muss, sagt er. „Oft findet sich gerade in weniger beachteten Immobilien echter Mehrwert."

Einzelhandelsumsätze steigen europaweit
Laut Prognosen wird der Einzelhandel in der Eurozone in diesem Jahr um 1,6 Prozent zulegen. 2019 sollen es noch einmal 2,0 Prozent sein. Im kommenden Jahr werden in den drei größten europäischen Märkten Deutschland, Großbritannien und Frankreich die Einzelhandelsumsätze weiterhin um mehr als 2,0 Prozent zulegen. „Erfolgreiche Einzelhändler und hier insbesondere der Modehandel zeigen sich sehr flexibel bei der Anpassung an neue Kundenbedürfnisse, vor allem bei neuen Raumkonzepten und Technologien.

Anteil der wichtigsten europäischen Märkte am Investmentumsatz mit Retail-Immobilien zum dritten Quartal 2018 (Quelle: BNPPRE)
Anteil der wichtigsten europäischen Märkte am Investmentumsatz mit Retail-Immobilien zum dritten Quartal 2018 (Quelle: BNPPRE)

Bei den meisten steht die Flächenproduktivität ganz oben auf der Agenda, selbst wenn dies eine Verlangsamung der Expansion nach sich ziehen sollte. Die damit verbundenen Ladenschließungen, Neuverhandlungen der Mietverträge und Verkleinerungen der Verkaufsflächen stellen Vermieter vor Probleme. Zwar wird mit dem Finger oft auf den Online-Handel gezeigt, doch kann dieser nicht zum alleinigen Sündenbock gemacht werden, da er verdeutlicht, dass einige Objekte für ihren Verwendungszweck schlicht ungeeignet sind,” so Patrick Delcol.

Kundengewohnheiten ändern sich mit der wachsenden Zahl an Online-Einkäufen. Auf den Online-Handel entfielen 2017 fast neun Prozent des gesamten europäischen Einzelhandelsumsatzes. Europäer, insesondere die Altersgruppe der Millenials, kaufen gerne in großen Einkaufszentren ein, vor allem in Rumänien (87 Prozent), Portugal (84 Prozent) und Spanien (83 Prozent). Sie frequentieren außerdem lokale Geschäfte (70 Prozent) und große Fachmärkte (69 Prozent).

Im Vergleich mit UK und Frankreich ist das Investmentvolumen hierzulande hoch(Quelle: BNPPRE)
Im Vergleich mit UK und Frankreich ist das Investmentvolumen hierzulande hoch(Quelle: BNPPRE)

Investment: Leichter Anstieg in den vergangenen zwölf Monaten
Mit 56 Milliarden Euro auf rollierender Jahresbasis sind Einzelhandelsimmobilien (21 Prozent) nach Büroimmobilien die zweitgrößte Investmentklasse und konnten im Vorjahresvergleich laut BNPPRE leicht zulegen. Auf die wichtigsten europäischen Märkte Deutschland, Großbritannien und Frankreich entfallen 47 Prozent des gesamten Retail-Investitionsvolumens. Im ersten Dreiviertel Jahr 2018 verzeichneten Deutschland (+ 4,0 Prozent), die Niederlande (+29 Prozent), Frankreich (+14 Prozent) und Italien (+16 Prozent) steigende Umsatzzahlen bei Einzelhandelsimmobilien, während Großbritannien ein Minus von 19 Prozent einfuhr.

Übersichtskarte mit den Spitzenmieten in den Haupteinkaufsstraßen in Europa (Quelle: BNPPRE)
Übersichtskarte mit den Spitzenmieten in den Haupteinkaufsstraßen in Europa (Quelle: BNPPRE)

Spitzenmieten in Haupteinkaufsstraßen weiterhin auf hohem Niveau
London, einer der wichtigsten Standorte für das Luxussegment in Europa, rangiert bei den Spitzenmieten mit der renommierten Old Bond Street auf Platz eins. Die Avenue des Champs Elysées in Paris, die immer mehr Luxusmarken anzieht, wird den Prognosen nach weiter steigende Spitzenmieten verzeichnen, auch aufgrund der Eröffnung neuer Flagship-Stores im Jahr 2019. In Mailand (insbesondere in der Via Montenapoleone) steigen die Mietpreise aufgrund eines Mangels an verfügbaren Flächen. In Deutschland werden voraussichtlich die Spitzenmieten in den Haupteinkaufsstraßen in Berlin und München in den kommenden Monaten auf einem stabilen Niveau bleiben. Die Grafton Street, die exklusivste und begehrteste Adresse bei irischen Einzelhändlern, profitiert aktuell von einer Revitalisierung der angrenzenden Straßen und verzeichnet ein stetig steigendes Mietniveau.

15.11.2018