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Real Exchange AG: Die Sekundärmarkt-Pioniere

Der Handel mit Beteiligungen an offenen Spezial-AIFs ist in Deutschland noch weitestgehend unbekannt. Das will ein neues Hamburger Unternehmen nun ändern.

Jörn Zurmühlen, Vorstand von Real Exchange (Foto: Real Exchange AG)
Jörn Zurmühlen, Vorstand von Real Exchange (Foto: Real Exchange AG)

Für Jörn Zurmühlen könnte es endlich losgehen. In der Erstplatzierung von Immobilien-Spezial-AIF haben er und seine Kollegen der Real Exchange AG ihre Arbeit bereits im Herbst aufgenommen. Doch um operativ mit ihrem zusätzlichen Standbein des Sekundärmarktgeschäftes tätig zu werden, bedarf es noch der in Kürze erwarteten Genehmigung der BaFin.

Das Geschäft der Hamburger steht auf den zwei Säulen Erstplatzierungsgeschäft und Vermittlung von Sekundärmarktbeteiligungen an offenen Immobilien-Spezial-AIFs. Adressaten dieses Angebotes sollen institutionelle Investoren wie Versorgungswerke oder Pensionskassen sein. „Der Markt ist reif“, ist sich Zurmühlen sicher. Auf über 100 Milliarden Euro schätzt er das Volumen der offenen AIFs. „Pro Jahr geben Investoren schätzungsweise Anteile im Volumen von fünf Milliarden Euro zurück“, rechnet er vor. Einen Teil dieser Rückgaben möchte das neue Unternehmen über den Sekundärmarkt in andere Fonds umleiten. Real Exchange tritt dabei als Mittler zwischen den KVGen und den institutionellen Anlegern auf und handelt mit den Anteilsscheinen der Fonds.

Die möglichen Szenarien sind vielfältig: Mal wollen Anleger schlicht ihren erzielten Gewinn realisieren und deshalb ihre Fondsbeteiligung zurückgeben, mal ändert sich die Anlagestrategie oder der Fonds performt schlechter als erhofft. In jedem Fall birgt ein Ausstieg für die KVG das Problem, dass sie ihren Anleger auszahlen muss und dafür Liquidität benötigt. Zudem könnte bei Poolfonds ein Dominoeffekt ausgelöst werden. Für Institutionelle, die über den Sekundärmarkt wiederum Fondsanteile erwerben, hat das Modell den Vorteil, dass sie bereits einen Track Record des Fonds sehen, vergleichsweise schnell einsteigen können und sich ihnen trotz knappem Markt mit begrenztem Produktangebot die Chance einer Beteiligung bietet. „Das Modell ist auf der einen Seite interessant für Verkäufer, die ihr Beteiligungsportfolio aufräumen wollen, und auf der anderen Seite für Käufer, die bereits aufgeräumt haben“, ist sich Zurmühlen sicher. Anteilseigner von Real Exchange sind HIH Invest und die Service-KVG Intreal. Zurmühlen betont jedoch die Unabhängigkeit von den beiden Anteilseignern. Sie drückt sich aus in einer räumlichen und personellen Trennung wie auch in der Tätigkeit der Real Exchange für andere Fondsgesellschaften.

17.05.2019