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Digital und grün

Welche Aspekte werden Quartiere in Zukunft weiterhin erfolgreich machen? Für die aktuelle Ausgabe unseres Printmagazins haben wir mit Alexander Jacobi und Matthias Terfrüchte von Bauwens gesprochen.

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Alexander Jacobi und Matthias Terfrüchte (Bilder: Bauwens)

Moderne Quartiere ermöglichen Wohnen, Arbeiten, Nahversorgung, Kinderbetreuung und Freizeit in einem gemeinsamen Raum. Das spart Wege und bündelt Lebensqualität in einem städtebaulichn abgeschlossenen Bereich. Aktuell ein Erfolgsrezept für attraktiven Wohnraum. Doch was braucht das Quartier der Zukunft, um weiterhin erfolgreich zu sein? „Wir glauben, dass für erfolgreiche Quartiere in Zukunft zwei Eigenschaften essenziell sein werden: Sie müssen digital und grün sein“, erklärt Alexander Jacobi, geschäftsführender Gesellschafter der Bauwens Development. Insbesondere eine Digitalisierung der Quartiersgemeinschaft sowie eine nachhaltige Bauweise und Energieversorgung seien künftig entscheidend.
„In einer Quartiers-App können zum Beispiel kleinteilige Gewerbe wie Cafés, Restaurants und Nahversorger bequem mit den Bewohnern interagieren“, findet auch Matthias Terfrüchte, Bereichsleiter Projektentwicklung Rheinland bei Bauwens. Die Vernetzung eines Quartiers ermögliche auch den Einsatz neuer Mobilitätskonzepte, erklärt der der 39-Jährige.

In Verbindung mit kurzen Wegen zu Einkaufsmöglichkeiten und Arbeitsplätzen im Quartier werde es so für Bewohner schnell wirtschaftlich und praktikabel, auf ein eigenes Auto zu verzichten. „Durch quartierseigene Angebote für Car- oder Bike-Sharing und gute Verkehrskonzepte können wir Flächen und Kosten für die Erstellung von Parkplätzen einsparen und sinnvoller einsetzen.“ Eine erste Quartiers-App setzt Bauwens bereits beim Gleis Park in Berlin ein, einem Projekt mit mehr als 100 Wohnungen und Apartments. „Im Quartier mit mehreren hundert Bewohnern macht diese digitale Vernetzung aber erst richtig Sinn“, so Terfrüchte. Auch zentrale Paketstationen seien denkbar. So bleibt das Quartier autofrei. Auch weitere Dienstleistungsservices ließen sich per App anbieten. Zudem lasse sich die Kommunikation zwischen Bewohner und Vermieter über eine App einfacher und schneller gestalten.

Mehr Grün statt Beton

„Eine solche Quartiers-App kann auch einen Beitrag dazu leisten, Quartiere grüner zu machen“, sagt Terfrüchte. So werde aktuell in Berlin eine Art Eco-Score getestet. Dieser animiere die Bewohner dazu, sparsam mit Strom, Wärme und Wasser umzugehen. Diese Daten helfen in anonymisierter Form auch, die Energieversorgung im Quartier selbst und bei künftigen Entwicklungen effizienter zu planen. Zum Beispiel bei der Realisierung von Mieterstrommodellen und einer nachhaltigen Energieerzeugung mit Blockheizkraftwerken, Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen.

Doch auch im wörtlichen Sinne sei es für den Erfolg von Quartieren in Zukunft wichtig, dass diese grüner werden. „Das Quartier der Zukunft muss die Lebensqualität der Bewohner und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen“, erklärt Terfrüchte. „Wir brauchen mehr Augenmerk auf Freiflächen für die gemeinsame Nutzung.“ Denkbar seien zum Beispiel Bereiche für das Urban Gardening, also den kleinräumigen gemeinsamen Anbau von Gemüse und ähnlichem. „Auch gemeinsam genutzte Dachgärten bedeuten ein Plus an Lebensqualität für die Bewohner.“ Zudem sorgten begrünte Dächer, Wände und Flächen für ein deutlich verbessertes Stadtklima. „Wir brauchen in Zukunft mehr Grün statt Beton“, fordert er.

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19.02.2021