zurück

Proptech-Segment trotzt zahlreichen Hürden

Die neue Proptech Germany-Studie 2021 der Technischen Hochschule (TH) Aschaffenburg, dem Blackprint Booster und dem Beratungsunternehmen Brickalize! zeigt, dass die Anbieter digitaler Lösungen ihr Geschäft im Jahr 2020 deutlich ausbauen konnten.

Codetext by makrus spiske/unsplash
Proptechs haben sich mit ihrem Code gegen Corona 2020 behauptet. Bild: Markus Spiske/unsplash

Anbieter digitaler Lösungen konnten ihr Geschäft in der Immobilienwirtschaft im Corona-Jahr 2020 mehrheitlich ausbauen und gewinnen dadurch zunehmend an Relevanz in der Branche. Zugleich sehen sie sich in unterschiedlichen Entwicklungsstadien kundenseitig weiter mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. Diese divergieren je nach Entwicklungsstadium der Tech-Unternehmen. Das zeigt die neue Proptech Germany-Studie 2021 der Technischen Hochschule (TH) Aschaffenburg, dem auf die Digitalisierung der Immobilienbranche spezialisierten Blackprint Booster und dem Beratungsunternehmen Brickalize!. 185 Proptech-Unternehmen wurden dafür zu ihren Erfahrungen im deutschen Immobilienmarkt befragt.

Positive Bewertung der Auftragslage in 2020

Die meisten befragten Proptechs konnten vergangenes Jahr trotz Corona ihr Geschäft ausbauen: So verzeichneten knapp 71 Prozent der Tech-Unternehmen 2020 mehr Neugeschäft, rund 36 Prozent davon sogar deutlich mehr Neugeschäft. Insgesamt konnten rund 42 Prozent der befragten Proptechs im vergangenen Jahr explizit von einem Corona-Effekt profitieren. Mehr als 66 Prozent der Proptechs rechnen künftig mit einer weiteren Zunahme ihres Geschäfts durch Corona.

Divergierende Herausforderungen

Zugleich bestehen vielfältige Hindernisse. Beim Aufbau des Geschäftsmodells gaben 84 Prozent der befragten Proptechs die Entscheidungsstrukturen auf Seiten der etablierten Unternehmen als größte Hürde an. In der Phase des Produktverkaufs, der für 53 Prozent der befragten Proptechs die schwierigste ist, führten etwa 74 Prozent die geringe Risikobereitschaft des Establishments zu Investitionen in Technologien von Proptechs als größtes Hindernis an. In der Produktimplementierung stellt die mangelnde Priorität des Projekts auf Kundenseite aus Sicht von knapp 54 Prozent der Proptechs die bedeutendste Hürde dar.

Hohe Relevanz von CEO und Fachabteilungen

Als wichtigsten Entscheider auf Unternehmensseite im Verkaufsprozess nannten mehr als 33 Prozent der Proptechs den CEO – ein Hinweis darauf, dass Digitalisierungsentscheidungen immer noch auf strategischer Ebene getroffen werden. Wichtigste Influencer bei Kaufentscheidungen und Kooperationen sind aus Sicht von etwa 28 Prozent der Tech-Anbieter die operativ verantwortlichen Fachabteilungen auf Seiten der Etablierten. Dies verdeutlicht, wie wichtig ein breites Kontaktnetz auf Unternehmensseite für Proptechs ist.

Zunehmende Anzahl an Kooperationen

Kooperationen haben für Proptechs einen hohen Stellenwert. Rund 72 Prozent der Befragten unterhalten bereits horizontale Kooperationen mit anderen Proptechs oder vertikale mit Corporates. Die Kooperationsbereitschaft nimmt grundsätzlich mit steigendem Reifegrad der Proptechs zu. Ziele der Kooperationen sind meist die Umsatz-, Netzwerk- und Zielgruppenerweiterung. Horizontale Kooperationen zwischen Proptechs sind überwiegend technischer Natur. Bei den vertikalen Kooperationen sind strategische Partnerschaften die favorisierte Wahl. Neben der besseren Skalierbarkeit, die durch Kooperationen entsteht, wird so ein aus Kundensicht barrierefreies Proptech-Ökosystem gefördert.


04.03.2021