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Property Manager verdienen zu wenig

Kosten steigen, Vergütungen stagnieren – sieben Unternehmen schlagen Alarm.

Die Property Manager schlagen Alarm: Die Kosten steigen, die Vergütungen nicht, und dies bringt die Qualität der PM-Leistungen in Gefahr. Diese Warnung beruht auf einer Umfrage von HIH Property Management (HPM) bei sieben deutschen Property-Management-Unternehmen, die zusammen rund 17 Millionen Quadratmeter verwalten.

„Die Vergütungen wurden nicht angepasst, aber der Aufwand ist gestiegen“, sagt HPM-Geschäftsführer Thomas Junkersfeld beim Vergleich der Zahlen von 2013 und 2018. Insbesondere in den technischen Bereichen – vor allem Sicherheit und Brandschutz – ist der Aufwand gestiegen. Nur bei der Betriebskostenabrechnung sieht es besser aus, denn dort wirkt sich die Digitalisierung positiv aus. Die Personalkosten gingen vor allem bei den technischen Objektmanagern hoch: Sie stiegen in den letzten fünf Jahren um 26 Prozent.

Personal! Dieses Stichwort greift Susanne Tattersall, geschäftsführende Gesellschafterin bei Tattersall Lorenz Immobilienverwaltung auf: „Der Fachkräftemangel ist eine Herausforderung im täglichen Doing.“ Große Probleme bereitet auch hier der technische Bereich. Alle befragten Unternehmen bezeichnen die Rekrutierungssituation als schlecht bis sehr schlecht. Aber auch im kaufmännischen Property Management (PM) – und dort vor allem in der Ebene ohne Personalverantwortung – fällt es schwer, qualifizierte Mitarbeiter zu finden.

Dienstleister lehnen Mandate ab
Diese Situation führte im Jahr 2018 dazu, dass zwei Drittel der Befragten PM-Mandate abgelehnt haben. „Das ist für Dienstleister eine eher ungewöhnliche Situation“, sagt Frank Helm, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate Property Management. Sie führe dazu, dass sich die Anbieter auf Bestandskunden konzentrieren sowie auf solche Neukunden, die angemessene Preise zahlen.

Erschwert wird das Geschäft auch durch den zurzeit sehr regen Investmentmarkt. „Wenn die Haltedauer einer Immobilie nur anderthalb Jahre beträgt, dann wird es schwer, sie so zu bewirtschaften, dass sie nachhaltig erfolgreich ist“, moniert Helm. Die Laufzeit der PM-Verträge hat sich jedenfalls deutlich reduziert. Sie beträgt heute meist nur noch zwei und weniger Jahre – im Jahr 2013 lag die Dauer noch bei durchschnittlich drei Jahren.

21.03.2019