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Profi-Investoren setzen auf Wohnen und meiden Handelsimmobilien

Institutionelle Investoren wollen vor allen Dingen Wohnimmobilien kaufen. Einzelhandelsobjekte scheinen ihnen hingegen zu teuer zu sein. Mit Preiskorrekturen bei Wohnungen rechnen die meisten erstmal nicht.

Heeresbäckerei Leizpig
Wohnimmobilien (im Bild das Quartier Heeresbäckerei Leizpig) sind weiter die Lieblinge der Profi-Investoren (Foto: Instone Real Estate Leipzig)

Wohnimmobilien sind die begehrteste Assetklasse professioneller Immobilieninvestoren. Rund 85 Prozent der Befragten wollen ihre Investments in Wohnimmobilien verstärken. An zweiter Stelle folgen Büroimmobilien mit 37,3 Prozent. Das geht aus der Online-Umfrage von Engel & Völkers Investment Consulting (EVIC) unter rund 150 institutionellen Anlegern in Deutschland hervor.

Das Interesse an Einzelhandelsimmobilien ist gering
Nur 13,4 Prozent der Investoren möchten verstärkt in Retail-Immobilien investieren. Dagegen verzeichnen die Nischenprodukte Hotel (16,4 Prozent) und Student Housing (19,4 Prozent) ein vergleichsweise hohes Interesse der professionellen Anleger.

Kai Wolfram, Geschäftsführender Gesellschafter der Engel & Völkers Investment Consulting GmbH, kommentiert: „Investoren wollen auch mittelfristig ihr Wohnimmobilienportfolio ausbauen. Denn die für Investoren wichtigsten Kriterien – Werterhalt, Sicherheit und hohe Ausschüttungsrenditen – werden am besten mit Wohnimmobilien erreicht. Auffällig sind dagegen die geringen Investitionsabsichten in das Einzelhandelssegment. Offenbar sind Retail-Immobilien vielen Anlegern mittlerweile zu teuer.“

Gewohntes Bild: Die weit überwiegende Mehrheit der Investoren möchte Wohnimmobilien kaufen (Quelle: EVIC-Investorenumfrage 2017)
Gewohntes Bild: Die weit überwiegende Mehrheit der Investoren möchte Wohnimmobilien kaufen (Quelle: EVIC-Investorenumfrage 2017)



Andreas Ewald, Geschäftsführer der EVIC und Geschäftsführender Gesellschafter der Engel & Völkers Hotel Consulting GmbH (EVHC), ergänzt: „Auch wenn Hotels im Vergleich zu Wohn- und Büroimmobilien nicht so stark nachgefragt werden, zeigt sich, dass aus dem Nischenprodukt zunehmend eine eigenständige Assetklasse wird. Insbesondere ausländische Investoren wollen in Zukunft vermehrt in den deutschen Hotelimmobilienmarkt investieren.“

Erwartungen an Mieten und Kaufpreise
Weiteres Ergebnis der Befragung: Die höchsten Mietsteigerungen bei Wohnimmobilien erwarten die Investoren an A-Standorten mit durchschnittlich 3,5 Prozent. In B- und C-Standorten werden durchschnittlich 3,0 Prozent erwartet. 43 Prozent der Investoren rechnen übrigens nicht mit Preiskorrekturenin den kommenden 24 Monaten an den Wohnungsmärkten. 18 Prozent erwarten jedoch sinkende Preise, 38 Prozent kalkulieren bereits mit stagnierenden Kaufpreisen.

An der Online-Umfrage zu den Anlegekriterien von institutionellen Investoren und Family Offices beteiligten sich insgesamt rund 150 Unternehmen. Deutsche Family Offices stellten mit einem Anteil von 23 Prozent die größte Gruppe. Danach folgten deutsche Versicherungen mit einem Anteil von acht Prozent.

14.11.2017