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Wirkungslogik muss erkennbar sein

Knodel Foundation: Die Pandion AG fördert eine Stiftung für Projekte im "Globalen Süden". Der abschließende Beitrag unserer kleinen Stiftungs-Serie, begleitend zur aktuellen Printausgabe mit dem Schwerpunktthema "Verantwortung".

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Auf Projektreise: In Uganda treffen sich Gründer Patrick Knodel (Vierter von links) und Vertreter der Stiftung Stay mit einem örtlichen Sozialunternehmer. (Bild: Knodel Foundation)

„Die meisten Probleme sind global und beginnen im Westen.“ Mit diesem Satz umreißt Patrick Knodel seine Motivation für die Arbeit im „Globalen Süden“. Seit 2017 gibt es nun die Knodel Foundation, die ihre Existenz innerfamiliären Gesprächen verdankt.

Mit seinem Vater Reinhold Knodel, Gründer und Vorstand der Pandion AG, diskutierte er immer wieder über die Probleme der Welt. Bis dieser meinte, der Sohn solle nicht nur reden, sondern auch etwas machen. Er gab 50.000 Euro Kapital für die Gründung der Stiftung, sicherte ihr eine jährliche Firmenspende von 500.000 Euro zu und die Übernahme der Gemeinkosten, sodass die Spendeneinnahmen zu 100 Prozent in die Projekte fließen. Künftig möchte Knodel zudem auch Förderer außerhalb der Pandion AG akquirieren.

„Ich lief erst einmal ein Dreivierteljahr durchs Land, um mich über Projekte zu informieren und zu sehen, was wirklich funktioniert“, berichtet der 35-Jährige, der die Stiftung mit Unterstützung einer Assistentin und des Marketingteams der Pandion managt.

Da die Stiftung 17 sehr unterschiedliche Maßnahmen fördert, drängt sich die Frage nach den Auswahlkriterien auf. Knodel kommt es auf die „Wirkungslogiken“ an: Es genügt ihm nicht, dass Kinder in einer Schule etwas lernen, sondern das Gelernte muss ihnen auch ein besseres Leben ermöglichen. „Man muss mir zeigen können, dass das Projekt eine langfristige Wirkung erzielt, die auch halbwegs messbar ist“, erläutert er.

Was in der aktuellen Pandemiezeit ein schwieriges Unterfangen sein kann. „Unsere Projekte konnten über Monate nicht arbeiten“, schildert Knodel, der auf Berechnungen von NGOs hinweist, dass in Ländern wie Indien mehr Menschen durch die Lockdown-Maßnahmen sterben als durch das Coronavirus. Gleichzeitig betont er die Kreativität der Bevölkerung und nennt ein Beispiel: „Die Mitarbeiter von Schulen in Indien, die geschlossen sind, liefern nun Lebensmittel nach Hause.“

Gemeinnützige Hilfe ist jedoch nicht der einzige Weg, um den Menschen im Globalen Süden Zukunftsperspektiven zu geben. Knodel sieht sich auch nach „Business Cases“ um und wägt ab: Gemeinnützigkeit versus Geschäftsmodell. „Die Gemeinnützigkeit springt dort ein, wo ein Staat die Dinge nicht geregelt bekommt. Und Bildung beispielsweise darf kein Geschäftsmodell sein.“

Mit seinem neu gegründeten Unternehmen Pandion Innovation for Impact GmbH investiert Knodel in „Social Entrepreneurs“, die neben einem wirtschaftlichen Return auch einen sozialen oder ökologischen Mehrwert als Kern ihres Unternehmens betrachten. Zehn Investments hat Knodel bisher getätigt. Eines davon ist Africa Green Tech, das in Mali und Niger kleine Solarkraftwerke mit lokalen Versorgungsnetzen errichtet. Und so wird Knodel bei neuen Projekten immer entscheiden: Ist es besser bei der Stiftung aufgehoben oder eignet es sich als Investment?

Ein Beitrag von Roswitha Loibl

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19.03.2021