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Offene Immobilienfonds ändern Fokus auf Handel und Gastronomie

Aus der aktuellen Statistik des BVI geht hervor, dass offene Immobilienfonds Büros und Praxen in ihren Portfolios abbauen. Stattdessen stehen Handel und Gastronomie auf den Einkaufslisten.

Das von den Fondsgesellschaften verwaltete Netto-Vermögen in Immobilienfonds ist in den vergangenen zwölf Monaten von 175 Milliarden Euro (Ende März 2018) auf 200 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht laut den Zahlen des Fondsverbandes BVI einem Zuwachs von 14 Prozent. Auf offene Publikumsfonds entfallen 101,1 Milliarden Euro, auf offene Spezialfonds 92,2 Milliarden Euro und auf KAGB-konforme geschlossene Fonds 6,3 Milliarden Euro.

Entwicklung der Nutzungsarten in den Portfolios offener Immobilienfonds (Quelle: BVI, Mai 2019)
Entwicklung der Nutzungsarten in den Portfolios offener Immobilienfonds (Quelle: BVI, Mai 2019)

Eine Auswertung der offenen Immobilienfonds zeigt, dass Spezialfonds und Publikumsfonds den Anteil von Büros und Praxisräumen in den letzten vier Jahren reduziert und dafür mehr auf Handel und Gastronomie gesetzt haben. Bei den Publikumsfonds liegt mit 55 Prozent weiterhin der Schwerpunkt auf Büro und Praxis, gefolgt von Handel und Gastronomie mit 26 Prozent. Auf dem dritten Platz liegen Hotels. Ihr Anteil stieg von vier Prozent auf neun Prozent. Bei den Spezialfonds entfallen 33 Prozent auf Büro- und Praxisflächen sowie 32 Prozent auf Handel und Gastronomie. Wohnimmobilien haben ihren Anteil von 6 Prozent auf 15 Prozent mehr als verdoppelt.

Zum zentralen Akteur auf dem Markt für offene Immobilien-Spezialfonds in Deutschland sind Service-KVGs geworden. Dies zeigt ein Vergleich der Marktanteile von Management-KVGs und Service-KVGs beim Neugeschäft. Im Jahr 2012 flossen laut der Service-KVG Intreal den offenen Immobilien-Spezial-AIFs insgesamt rund 3,6 Milliarden Euro zu. Davon entfielen auf die Service-KVGs 752 Millionen Euro. Das entspricht einem Marktanteil von 21 Prozent. Sechs Jahre später, im Jahr 2018, hat sich der Anteil der Service-KVGs mit 59 Prozent (4,7 Milliarden Euro von 8,1 Milliarden Euro) knapp verdreifacht.



17.05.2019